Trotz Ukraine-Krise

Putin inszeniert sich bei Eishockey-Showpartie

Ausland
10.05.2014 16:29
Inmitten der schwelenden Ukraine-Krise hat der russische Präsident Wladimir Putin am Samstag einmal mehr seine Stärke für Selbstinszenierungen unter Beweis gestellt: Höchstpersönlich mischte der Kremlchef in Sotschi bei einer Eishockey-Showpartie mit. Der 61-Jährige führte seine Mannschaft unter dem frenetischen Jubel seiner Fans zum Sieg - und wurde zudem zum besten Spieler der Partie gewählt.

Am Tag nach seinem umstrittenen Besuch auf der von Kiew abtrünnigen Halbinsel Krim (siehe Story in der Infobox) griff Putin zum Eishockey-Schläger und führte seine Mannschaft aus Prominenten und Ex-Profis in der Olympia-Arena von Sotschi mit 20:5 zu einem klaren Sieg. Dabei gelangen dem Hobbysportler sechs Tore und fünf Vorlagen. Der Staatsfernsehsender Rossija-2 übertrug die Partie live.

Beobachter merkten an, dass dem Spieler im roten Trikot mit der Nummer 11 auf dem Rücken wenig Gegenwehr entgegengebracht wurde. Auch Verteidigungsminister Sergej Schoigu sowie die mit westlichen Sanktionen belegten Unternehmer Gennadi Timtschenko und Arkadi Rotenberg, die als Freunde Putins gelten, spielten mit.

Autogramme und Selfie: Putin begeistert seine Fans
In den Pausen schrieb Putin ausgiebig Autogramme auf russische Fahnen. Mit dem Mobiltelefon eines Zuschauers schoss er zudem einen Selfie. Experten lobten den Kremlchef, der angeblich erst 2011 erstmals zum Eishockey-Schläger gegriffen hatte, für seine Kufen-Künste.

Die Kameras zeigten immer wieder Bilder von euphorischen Fans, die auf den Tribünen zu patriotischer Popmusik tanzten. "Es ist eine fantastische Show, es ist ein Feiertag", sagte einer der Kommentatoren bei Rossija-2.

Merkel und Hollande drohen mit neuen Sanktionen
Während sich Putin in Sotschi als Eishockey-Star feiern ließ, demonstrierten Frankreichs Präsident Francois Hollande und Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel am Samstag in Sachen Ukraine Geschlossenheit gegenüber Russland (siehe Story in der Infobox). Sollte die ukrainische Präsidentenwahl nicht wie geplant in zwei Wochen stattfinden können, muss Russland laut den beiden Staatschefs mit umfassenden Wirtschaftssanktionen rechnen.

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