„Für Putins, Grassers“

Freizeitwohnsitze: „So werden Dörfer seelenlos“

Tirol
06.02.2026 12:00

Emotionale Freizeitwohnsitz-Debatte im Tiroler Landtag: Die schwarz-rote Regierung stellte klar, dass es „Freikaufen“ oder neue Widmungskategorien nicht geben wird. Kritik gab es an die NEOS und FPÖ: „Sie sind Verbündete ausländischer Millionäre.“

Leistbares Wohnen versus Freizeitwohnsitze in Tirol lautete das Match am Donnerstag im Tiroler Landtag. Mehr als 16.000 gewidmeten Freizeitwohnsitzen stehen rund 10.000 illegale gegenüber.

Freizeitwohnsitze mit Bezug zur Region
Letztere stehen im Fokus von Kontrollen, die nicht überall gut ankommen. Schon gar nicht in Kitzbühel. Bürgermeister Klaus Winkler forderte in einem „Krone“-Interview eine neue Widmungskategorie „qualifizierter Neben- oder Arbeitswohnsitz“ für jene, die einen „starken Bezug zur Region“ haben. Unterstützung kam von der FPÖ und den NEOS.

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In Tirol haben sich die Kontrollen bereits herumgesprochen. In Kärnten werden Grundstücke wie im Supermarkt ausverkauft. 

Wohnbausprecherin Elisabeth Blanik (SPÖ)

„Absurde Legalisierungssteuer“
„Kontrollwahn und anonyme Anzeigen der Nachbarn gehen zu weit“, sagte FPÖ-LA Alexander Gamper im Landtag. Hier entstehe ein „Schaden an der Reputation des Landes“. Er forderte ein Ende der Debatte und ein Ende der Kontrollen. Doch die wird es mit der ÖVP nicht geben: „Wir stehen weder für den schleichenden Ausverkauf Tirols zur Verfügung, noch für ein nachträgliches Weißwaschen illegaler Freizeitwohnsitze durch eine absurde Legalisierungssteuer“, betonte VP-Gemeindesprecher Dominik Mainusch.

Die 10.000 illegalen Freizeitwohnsitze beschäftigten den Landtag nicht zum letzten Mal: Es ging ...
Die 10.000 illegalen Freizeitwohnsitze beschäftigten den Landtag nicht zum letzten Mal: Es ging um leistbares Wohnen.(Bild: Johanna Birbaumer)

Stattdessen forderte er einen konsequenten Vollzug bestehender Regelungen: „Wir brauchen den Turbo bei Kontrollen.“ Die Gemeinden müssten dabei gestärkt werden durch Kostenersatz für Kontrollaufwand und die vollständige Zweckwidmung der Strafgelder.

„FPÖ für Parallelgesellschaften der Putins und Grassers“
„Freizeitwohnsitze verknappen Grund und Boden, verteuern Wohnraum und tun Menschen nicht gut. Sie machen aus Gemeinden seelenlose Dörfer“, sagte Fritz-LA Markus Sint. Die Idee qualifizierter Arbeitswohnsitz sei „ein absurdes Modell“: „Die Kontrollen werden dadurch ja nicht weniger.“

Grünen-Chef Gebi Mair erklärte, der Vorwurf der Spitzelei sei völlig überzogen: Auch als Mindestsicherungsbezieher müsse man behördliche Kontrollen über sich ergehen lassen, „selbst, wenn man eine Anwohnerparkkarte beantragt, kommt jemand nachschauen“, berichtete er aus eigener Erfahrung. NEOS und FPÖ machen laut Mair ausländischen Investoren „die Räuberleiter“: „Die FPÖ setzt sich für die Parallelgesellschaft der Putins und Grassers ein.“

„Illegal bleibt illegal, aber Eigentümer mit legalen Freizeitwohnsitzen dürfen nicht stigmatisiert werden“, forderte VP-Wirtschaftssprecher LA Peter Seiwald „mehr Augenmaß“ ein.

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