Lawrow: „Mordversuch!“
Anschlag auf General überschattet Friedensdebatte
Auf den hochrangigen russischen Generalleutnant Wladimir Alexejew wurden am Freitag im Nordosten Moskaus „mehrere Schüsse“ abgegeben. Der 64-jährige Militär wirkte in der Vergangenheit bei hochsensiblen Aufträgen des Kremls mit. Für Russland handelt es sich eindeutig um einen Mordversuch.
Die Schüsse sollen in den frühen Morgenstunden in einem Wohngebäude vor einem Aufzug abgegeben worden sein und Alexejew dreimal in den Rücken getroffen haben. Er habe „sehr viel Blut verloren“, so russische Sicherheitsorgane. Der noch unbekannte Täter flüchtete in der Folge vom Tatort.
Der Mordversuch zeigt dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Friedensprozess scheitern lassen will.
Gilt in Russland als Held
Alexejew bekleidet seit 2011 das Amt des stellvertretenden Leiters der Hauptdirektion des Generalstabs im Verteidigungsministerium. In Russland gilt er als Held – mit eben diesem Titel wurde er für seine militärische Beteiligung an der Militärintervention im syrischen Bürgerkrieg geehrt.
Der niedergeschossene General ist dafür berüchtigt, über nachrichtendienstliche Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen auf der ganzen Welt zu verfügen. Internationale Bekanntheit erlangte Alexejew nach dem Aufstand der russischen Söldnergruppe Wagner gegen die russische Armeeführung 2023. Der General wurde von Wladimir Putin mit den Verhandlungen mit dem damaligen Chef der Wagner-Gruppe, Jewgeny Prigoschin, betraut.
Vom Westen sanktioniert
Auf westlichen Sanktionslisten steht er seit Jahren unter anderem wegen des Vorwurfs der Organisation von Cyberkriminalität und der Verbreitung des Nervenkampfstoffs Nowitschok im Zuge der Affäre um die versuchte Tötung des übergelaufenen Geheimdienstagenten Sergej Skripal in Großbritannien.
Er hoffe, dass Alexejew überlebe und wieder auf die Beine komme, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einer ersten Reaktion. „Dass derartig (hochrangige) Befehlshaber und Spezialisten sich während des Kriegs in Gefahr befinden, ist eindeutig.“ Es sei allerdings Aufgabe des eigenen Geheimdienstes, diese Personen zu schützen, forderte er.
Es ist nicht das erste Mal, dass hochrangige russische Militärs zur Zielscheibe von Attentaten werden. Im April 2025 kam Generalleutnant Jaroslaw Moskalik durch die Explosion einer Autobombe ums Leben. Im Dezember 2024 war mit Igor Kirillow der Chef der russischen ABC-Abwehrtruppen ebenfalls durch einen Bombenanschlag getötet worden. Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich zu der Tat.
Brisanter Zeitpunkt des Anschlags
Der Anschlag auf Alexejew kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: In Abu Dhabi am Persischen Golf ist erst am Donnerstag eine Verhandlungsrunde über die Beendigung des seit vier Jahren währenden russischen Angriffskriegs in der Ukraine zu Ende gegangen. Die russische Delegation wurde dabei von Igor Kostjukow angeführt, dem Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU und unmittelbaren Vorgesetzten Alexejews.









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