Mit Wetten auf Kurse

600.000 Euro von Freunden und Bekannten verzockt

Salzburg
06.02.2026 13:45

Mit Wetten auf steigende oder fallende Kurse bei Kryptowährungen oder Gold wollte ein Flachgauer (28) das große Geld machen. Die anfangs gut laufenden Geschäfte sprachen sich herum: 28 Leute gaben ihm ihr Erspartes, um es zu vermehren. Was blieb: ein 600.000 Euro Schuldenberg und ein Prozess wegen schweren Betrugs.

Mit Versace-Schuhen und im weißen Hemd saß der schmächtige Angeklagte (28) am Freitag im Verhandlungssaal 354 des Salzburger Landesgerichtes. Hinter ihm waren fast alle Besucher-Plätze belegt: Es waren einstige Freunde und Bekannte aus dem Heimatort, die alle Opfer der verkorksten Wertpapier-Geschäfte des Angeklagten wurden. „Auch wenn es hinter mir wahrscheinlich keiner glaubt, es tut mir leid. Die Sachen, die ich machte, waren nicht richtig. Meine Eltern können jetzt nicht mal mehr vor die Haustüre“, erklärte der 28-Jährige und gestand den Vorwurf des schweren Betrugs.

Anfangs machte er noch Gewinne
Der ausgebildete Mechatroniker handelte seit mehreren Jahren mit Wertpapieren. Kenner der Materie sprechen von Day-Trading: Damit ist vor allem das tagesaktuelle Wetten auf steigende oder fallende Kurse gemeint. „Er hat jahrelang Gewinne gemacht“, erzählte Verteidiger Peter Macheiner von der Kanzlei Jelinek. Vor allem setzte er Geld auf Kryptowährungen und Gold, nutzte dazu diverse (und hochriskante) Hebelprodukte. Immer mehr Freunde und Bekannte hörten von den Gewinnen des Flachgauers. Und 28 Leute wollten auch profitieren und gaben ihr Erspartes zum Spekulieren her. „Der Ansatz war, dass alle verdienen. Doch gewisse Krypto-Trades gingen nicht mehr auf. Daraufhin wurde der Angeklagte noch riskanter“, berichtete der Verteidiger. 

Fragen wollte der Flachgauer keine beantworten. Aber: Nach vier Monaten in Untersuchungshaft scheint er nichts gelernt zu haben, denn er spekuliert wieder – diesmal mit Mamas Geld. „Er möchte versuchen, mit neuen Geschäften den Schaden wiedergutzumachen“, sagte der Verteidiger. Doch der Staatsanwalt bezeichnete dies als ein „Tanz auf Messers Schneide“ und prophezeit ihm eine kriminelle Karriere, falls er so weitermache: „Der Angeklagte glaubt, einen Brand mit Benzin löschen zu können.“

Das Geständnis bewahrte den 28-Jährigen jedenfalls vor einer unbedingten Gefängnisstrafe. Er erhielt 24 Monate teilbedingte Haft. Den unbedingten Teil saß er bereits in U-Haft ab.

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