Nach 2 Jahren Kampf
Syrische Rebellen verließen ihre Hochburg Homs
Die Rebellen hatten am Mittwoch nach fast zweijähriger Belagerung durch die syrischen Regierungstruppen mit dem Abzug aus Homs begonnen. Die Evakuierung war am Freitag abgeschlossen. Insgesamt seien 2.000 Menschen aus der Stadt gebracht worden, unter ihnen 1.800 Rebellen. Die syrische Regierung hatte sich unter Vermittlung des iranischen Botschafters mit den Rebellen auf den Abzug aus Homs geeinigt.
Abzug verzögerte sich wegen Scharmützel
Der Abzug wurde am Ende ein wenig hinausgezögert, nachdem eine Gruppe von Kämpfern eigenmächtig den Abzug der letzten Rebellen aus der belagerten Altstadt von Homs behindert hatte. Regimetreue und oppositionelle Medien berichteten am Freitag übereinstimmend, Hilfslieferungen für Anhänger des Regimes in zwei Dörfern der Provinz Aleppo seien von Bewaffneten aufgehalten worden.
Deshalb hätten Regimetruppen die letzten Busse mit Kämpfern aus der Altstadt von Homs nicht passieren lassen. Die Rebellen mussten zeitweilig am nördlichen Stadtrand auf ihre Weiterfahrt warten. Sie hätten ursprünglich schon am Donnerstagabend in das nördliche Umland von Homs fahren sollen. Erst am Freitagnachmittag, als die Hilfsgüter schließlich doch noch in den beiden Dörfern eintrafen, durften die Rebellen in nördliche Gebiete weiterfahren, die von den Regimegegnern kontrolliert werden.
Armee hat nach zwei Jahren wieder Kontrolle über Homs
Damit kontrolliert die syrische Armee seit mehr als zwei Jahren wieder die Altstadt von Homs. Spezialisten der Streitkräfte hätten nach dem Abzug der Rebellen damit begonnen, die Gegend zu sichern und Bomben zu entschärfen, hieß es. Gleichzeitig kehrten Hunderte Zivilisten in das weitgehend zerstörte Stadtzentrum zurück.
Mit Tränen in den Augen durchsuchten die Menschen die Ruinen nach Überresten ihrer früheren Wohnungen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. "Ich hatte bei Facebook gesehen, dass mein Haus zerstört wurde, aber ich konnte es nicht glauben, ich wollte es mit meinen eigenen Augen sehen", sagte die Anwohnerin Jaqueline Fauwas.
UNESCO-Weltkulturerbe von Krieg und Erdbeben gezeichnet
Mit seinen vor Beginn des Bürgerkrieges gut 650.000 Einwohnern ist Homs die drittgrößte Stadt Syriens. Sie war einst bekannt für die Produktion von Seidenwaren. Homs liegt 160 Kilometer nördlich der Hauptstadt Damaskus im Westen des Landes, nahe der Grenze zum Libanon. Ihre Geschichte reicht bis in das Jahr 2.300 vor Christus zurück. Die nahe gelegene Kreuzfahrerfestung Krak des Chevaliers zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Erdbeben und der Bürgerkrieg haben die historischen Bauwerke beschädigt und zum Teil auch zerstört.
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