„Kein Grund zu jubeln“

Rekord-Zahl: So viele Abschiebungen wie noch nie

Innenpolitik
23.01.2026 11:46

Im vergangenen Jahr wurden so viele Menschen abgeschoben wie noch nie – mehr als 14.000 Personen mussten Österreich 2025 verlassen. Doch: „Da gibt es keinen Grund zu jubeln“, mahnte Innenminister Gerhard Karner, man wolle mehr.

„Für die Behörden ist völlig egal, von wo jemand kommt, ein Straftäter muss abgeschoben werden“, versicherte Innenminister Karner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Freitag. Rund 3300 Straftäter wurden 2025 außer Landes gebracht, nannte er eine konkrete Zahl. Auch sonst sparte Karner nicht mit Zahlen: Insgesamt 14.156 Personen mussten vergangenes Jahr aus Österreich ausreisen, fast die Hälfte zwangsweise.

Bei den im Vorjahr abgeschobenen Personen liegen Slowaken vor Türken an der Spitze. Auch 926 Syrer verließen Österreich, der größte Teil von ihnen (805) freiwillig, mehr als 200 Afghanen reisten ebenfalls aus Österreich aus. Österreich war Mitte vergangenen Jahres das erste europäische Land, das Menschen direkt nach Syrien abgeschoben hat, erinnerte Karner.

Innenminister Karner (ÖVP): „Ein Straftäter muss abgeschoben werden.“
Innenminister Karner (ÖVP): „Ein Straftäter muss abgeschoben werden.“(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Deutlich weniger Asylanträge
Es verließen nicht nur mehr Menschen Österreich als in den vergangenen Jahren, es kamen auch weniger. Im vergangenen Jahr gab es ein Minus von 36 Prozent bei den Asylanträgen, insgesamt wurden nur noch 16.284 Anträge gestellt. Zum letzten Mal gab es 2020 weniger Anträge. Hoch gerechnet auf die Bevölkerungszahl liegt Österreich damit in der EU nur noch an zwölfter Stelle.

Am häufigsten suchten Afghanen und Syrer um Schutz an, fast die Hälfte der Antragsstellenden war unter 18 Jahre alt. Gewährt wurde Asyl bzw. subsidiärer Schutz in 11.384 Fällen. Dazu kamen 1315 humanitäre Aufenthaltstitel.

Auch über den Familiennachzug kamen weniger Menschen nach Österreich: In den letzten drei Monaten des Jahres 2025 kamen nur 25 Personen auf diesem Weg ins Land, im gleichen Zeitraum 2023 waren es noch rund 2400 Menschen.

Karner noch nicht zufrieden
Man wolle weiterhin klare Kante zeigen, machte Karner deutlich. Das Asylsystem könne nur funktionieren, wenn es streng, hart und dadurch gerecht sei, betonte der Minister. Auch in puncto Abschiebungen sieht sich Karner noch nicht am Ziel, man sei noch nicht zufrieden, betonte er.

„Realität spricht andere Sprache“
Schon vor der Pressekonferenz meldete sich FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann zu Wort. Karners „,harte und gerechte‘ Politik ist ein reiner PR-Gag, der die Bürger für dumm verkaufen soll“, kritisierte er scharf. „Die Realität in unseren Städten und Gemeinden spricht eine andere, brutale Sprache: Messerstechereien, Gewalt und eine wachsende Unsicherheit sind die direkte Folge dieser Politik des Versagens“, wetterte Darmann.

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