Die Handlung von "Strike Suit Zero" ist schnell erzählt: Wir schreiben das Jahr 2299. Ein interstellarer Bürgerkrieg tobt. Die Erde wird von den Abkömmlingen der eigenen Kolonien angegriffen und kann sich nur mit Mühe gegen die Invasion aus dem All wehren. Als Pilot eines Raumgleiters der Vereinigten Streitkräfte der Erde obliegt es dem Spieler, seine Heimat gegen die undankbaren Invasoren zu verteidigen.
Prädikat: Keine epische Erzählung, aber mal was Anderes. Ein bisschen Potenzial verschenken die Entwickler von Born Ready Games bei der Story allerdings. Erzählt wird die Handlung nämlich meist in sterilen Textboxen oder über Funksprüche, die man sich direkt im Cockpit des eigenen Jägers zu Gemüte führt. Eine etwas cineastischere Inszenierung wäre wünschenswert gewesen, zumal die Texteinblendungen in der getesteten PS4-Version auf einem 42-Zoll-Fernseher in etwa drei Metern Entfernung wegen ihrer Winzigkeit nur mit äußerster Mühe lesbar waren.
Spektakuläre Großschlachten mit Robo-Action
Sei's drum, bei einem Game wie "Strike Suit Zero" geht’s ohnedies primär um die Raumkämpfe. Und die sind den Entwicklern ziemlich gut gelungen. Meist findet sich der Spieler in den einzelnen Missionen inmitten einer größeren Schlacht mit etlichen Schlachtschiffen von der Größe eines Wolkenkratzers wieder, zwischen denen Jäger herumkurven und sich mit ihren Laser- und Plasmawaffen das Leben schwer machen.
Zwischendurch zischen dem Spieler Lenkraketen um die Ohren, und in besonders brenzligen Situationen verwandelt sich das Raumschiff des Spielers auf Knopfdruck in den namensgebenden "Strike Suit", mit dem man problemlos Tod und Verderben unter den KI-Gegnern sät. Das spielt sich als durchaus spannender Mix aus klassischer Weltraum-Action und Taktik.
Taktisch fordernde Gefechte, wenige Schwächen
Die auch auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade teils sehr fordernden Gefechte verlangen dem Spieler nämlich kluges Haushalten ab. Die Menge der mitgeführten Lenkraketen ist begrenzt, weshalb man selbige mit Bedacht einsetzen sollte. Und auch den "Strike Suit" kann man nicht einfach dauerhaft nutzen. Verschiedene Schiffs-Upgrades und Bewaffnungen fügen weitere taktische Tiefe hinzu. Die richtige Kanone gegen den richtigen Gegner einzusetzen, kann über Sieg oder Niederlage entscheiden – und viele lästige Wege vom letztgelegenen Checkpoint ersparen.
Kleinere Problemchen wie gelegentliche KI-Aussetzer und das eher umständliche Anvisieren der Gegner gibt’s allerdings. Auch der Zeitdruck, der in manchen Missionen aufgebaut wird – gegnerische Schiffe flüchten mitunter, wenn man sie nicht schnell genug aufs Korn nimmt – und das bei allen im Spiel verfügbaren Raumschiffen recht ähnliche Flugverhalten überzeugten uns im Test nicht restlos. Aber alles in allem ist "Strike Suit Zero" aber eine unterhaltsame Weltraumflugsimulation mit wenigen spielerischen Mankos.
Optik nicht auf höchstem Niveau
Schwächen leistet sich "Strike Suit Zero" auch optisch. Gerade in der getesteten PS4-Version hätten wir uns mehr erwartet. Zwar gebührt den Entwicklern ein Kompliment für die wunderhübsch designten Schauplätze der Weltraumschlachten – inklusive prachtvoller Planeten, leuchtender Nebel und all solchem Zierrat des Alls. Über die generell etwas matschigen Texturen auf den eigentlich mit viel Liebe zum Detail designten Raumschiffen täuscht das aber nicht hinweg.
Trotzdem: Die Licht- und Partikeleffekte sind gut gelungen und tragen ebenso wie die Kulissen zur Atmosphäre bei. Die Leistungsfähigkeit der neuen Konsole ruft "Strike Suit Zero" aber nur in Teilen ab. Dafür lief es im Test aber auch konstant flüssig.
Toller Soundtrack, bemühte Sprecher
Besser als die Grafik gefällt da schon der Soundtrack. Der stammt von Paul Ruskay, jenem Musiker, der auch schon für die Untermalung des Echtzeitstrategie-Weltraumspiels "Homeworld" verantwortlich war. Die angenehm unaufdringlich-sphärische Musik passt perfekt ins Weltall-Szenario, finden wir.
Und auch an den Soundeffekten gibt’s nichts zu mäkeln. Obwohl einen im Weltraum eigentlich niemand schreien hört, klingen die Explosionen und die Geräusche der Geschütze während der Gefechte durchaus glaubhaft. Einzig die Sprecher machen ihren Job nicht immer optimal, was aber auch mit dem geringen Budget von "Strike Suit Zero" zusammenhängen mag. Immerhin startete das Game als Kickstarter-Projekt.
Eingängig erwies sich im Test die Steuerung des sowohl aus der Cockpit-, als auch der Third-Person-Perspektive spielbaren Weltraum-Shooters. Wer schon einmal mit einem Gamepad ein Flugzeug oder ein Raumschiff gelenkt hat, wird sich schnell in "Strike Suit Zero" zurechtfinden. Weil das Markieren der Gegner nicht immer zuverlässig von der Hand geht, kommt es aber gerade in der Anfangsphase des Spiels mitunter zu kleineren Frustmomenten.
Fazit: Perfekt ist "Strike Suit Zero" im "Director's Cut" nicht. Sowohl optisch als auch erzählerisch gäbe es Raum für Verbesserungen. Das ändert aber nichts daran, dass die eingängigen, aber taktisch fordernden Raumschlachten grundsolide Unterhaltung bieten und gerade für Fans des Genres eine tadellose Zwischenmahlzeit darstellen. Zumal die kommenden Hauptgerichte "Star Citizen" und "Elite: Dangerous" ja noch eine ganze Weile auf sich warten lassen.
Plattform: PC, PS4 (getestet), Xbox One
Publisher: Born Ready Games
krone.at-Wertung: 7/10
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.