EU-Parlamentschefin:

„Wir bleiben bei Grönland ruhig und pragmatisch“

Außenpolitik
16.01.2026 17:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat nicht ausgeschlossen, zur Übernahme von Grönland militärische Gewalt anzuwenden. Die USA bräuchten die Insel wegen ihrer strategischen Lage und großer Mineralienvorkommen. Ob und wie die EU-Beistandspflicht anzuwenden wäre, müsse man sehen, sagte jetzt EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola.

„Wir bleiben ruhig, rational und pragmatisch.“ Es gelte der Grundsatz, nichts ohne Dänemark und Grönland zu entscheiden. Die Arktis-Insel gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, nicht aber zur EU. Laut Metsola wird sich das EU-Parlament kommende Woche mit der aktuellen Lage befassen. Man werde die Grundsätze zur territorialen Unversehrtheit und Souveränität klar machen.

Drohungen seien nicht akzeptabel, sagte auch Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), der sich am Freitag mit Metsola getroffen hatte. „Wir sehen, dass hier möglicherweise ein Konflikt entstehen kann.“ Eine Eskalation wäre aber nicht im Interesse aller Beteiligten. Es sei wichtig, dass die Gespräche zwischen Grönland, Dänemark und den Vereinigten Staaten fortgesetzt werden, ist der Kanzler überzeugt. „Gleichzeitig waren wir in den letzten Monaten aber auch Zeuge davon, dass die Vereinigten Staaten ihre Politik und ihre Beziehung zu Europa diametral anders gestalten wollen.“

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Es ist wichtig, dass die Gespräche zwischen Grönland, Dänemark und den USA fortgesetzt werden. Eine Eskalation wäre nicht im Interesse der Beteiligten.

Bundeskanzler Christian Stocker

Auch US-Parlamentarier wollen unterstützen
In den USA haben sich unterdessen überparteilich Parlamentarierinnen und Parlamentarier zusammengeschlossen, die Dänemark und Grönland angesichts der Drohungen unterstützen wollen. Die elfköpfige Delegation unter Leitung des demokratischen Senators Chris Coons hatte für Freitag in Kopenhagen ein Treffen mit der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen und ihrem grönländischen Amtskollegen Jens-Frederik Nielsen geplant. „In einer Zeit zunehmender internationaler Instabilität müssen wir uns unseren Verbündeten annähern und sie nicht vergraulen“, sagte Coons. Sowohl die USA als auch Dänemark sind Mitglieder des Militärbündnisses NATO.

„Ich weiß, dass es hier in Dänemark und in Grönland echte, tiefe Besorgnis gibt. Aber ich glaube, dass sich vernünftigere Köpfe durchsetzen werden“, zeigte sich die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen optimistisch. Auf Grönland treffen seit Donnerstag Streitkräfte mehrerer europäischer Länder, darunter Frankreich, Deutschland, Schweden und Norwegen, zur europäischen Militärmission „Arctic Endurance“ ein. „Ich frage mich, was sie dort tun sollen. Einen Ausflug machen? 15 Italiener, 15 Franzosen, 15 Deutsche: Das klingt für mich wie der Anfang eines Witzes (…)“, sagte Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto, der klarstellte, keine Streitkräfte auf die Insel zu schicken.

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