Chaos in Deutschland
Lebensgefährlich: Eisblöcke auf Autobahn geworfen
Wie angekündigt sorgt die Wettersturmfront „Elli“, die in Frankreich „Goretti“ genannt wir, din weiten Teilen Deutschlands für ein Wetterchaos. Während der Norden unter einer Schneewalze begraben wird, kämpfen andere Regionen mit Glatteisund Schneeverwehungen. In Bayern gab es schon zahlreiche Unfälle, zwei endeten tödlich. Bei Bremerhaven sind Eisblöcke von einer Brücke auf die Autobahn geworfen worden.
Kinder und Jugendliche sollen die Eisblöcke bereits am Donnerstag von einer Brücke aus auf die A27 geworfen haben, wie die Polizei mitteilte. Die drei Verdächtigen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren wurden demnach in der Nähe gefasst. Den Angaben nach wurden mehrere Autos von den Eisblöcken getroffen. Welche Schäden verursacht wurden, war zunächst nicht bekannt. Informationen zu Verletzten gab es keine.
Es gelten laut Deutschem Wetterdienst (DWD) Unwetterwarnungen wegen Schneeverwehungen in Norddeutschland, wegen Schneefällen in der Mitte und im Südosten des Landes sowie wegen Glatteises in Bayern.
Bei Reisbach in Niederbayern geriet laut Polizei vermutlich witterungsbedingt ein 27-jähriger Autofahrer auf einer Landstraße ins Schleudern und prallte mit seinem Wagen in ein entgegenkommendes Auto. Er und ein 18-jähriger Beifahrer starben.
Lenker prallte mit Auto gegen Baum
Auch in der Oberpfalz forderte das Winterwetter ein Todesopfer: Auf einer Staatsstraße bei Kirchenthumbach im Landkreis Neustadt an der Waldnaab kam ein 52-jähriger Autofahrer ums Leben, nachdem er in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt war.
„Lage sehr angespannt“
Unfälle gab es auch in anderen Bundesländern von Baden-Württemberg über Hessen bis Thüringen. Die Polizei im niedersächsischen Cuxhaven etwa bezeichnete die Lage als „sehr angespannt“. Die Sichtweite betrage teils nur wenige Meter, es gebe starke Schneeverwehungen. Vielerorts blieben nach Polizeiangaben Lastwagen stecken oder rutschten in Leitschienen. Teils längere Sperren gab es deshalb etwa auf der A1 und A24 in Schleswig-Holstein, der A9 und A72 in Sachsen oder der A70 in Bayern.
Ein Mann stürzte am Freitag die Steilküste von Weissenhaus (Schleswig-Holstein) hinab. Er rutschte etwa 20 Meter den Abhang hinunter und schlug auf dem gefrorenen, schneebedeckten Strand auf. Nach ersten Angaben erlitt er schwere Verletzungen, konnte aber noch mit dem Handy einen Notruf absetzen.
Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee erwartet
Wettermodelle rechnen mit 20 bis 50 Zentimeter Schnee von Emden bis Berlin oder Dresden. Sturm „Elli“ wird wohl die größte Schneelage seit Jahren in Norddeutschland auslösen. Es drohen bis zu einem halben Meter hohe Schneeverwehungen.
Deutsche Bahn stellte Fernverkehr im Norden ein
Die Deutsche Bahn (DB) stellte den Fernverkehr in Norddeutschland vorübergehend ein. Aufgrund der Witterungsbedingungen sei der Schienenverkehr im Großraum Hannover bis auf Weiteres unterbrochen. Bereits zuvor hatte die Bahn Zugausfälle und Verspätungen auf Fern-und Regionalstrecken im Norden gemeldet. Betroffen waren auch andere Bahnunternehmen. Die S-Bahn in Hannover stellte ihren Betrieb komplett ein.
Schulen geschlossen
An Schulen in Hamburg, Niedersachsen, Bremen und weiten Teilen Schleswig-Holsteins fiel der Präsenzunterricht aus. In anderen Ländern wie Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war die Präsenzpflicht aufgehoben.
Ausgelöst wurde die brisante Wetterlage durch Sturmtief „Elli“, das sich von Westen her nähert und warme Luft vom Atlantik mit sich bringt. Diese trifft über Nord- und Ostdeutschland auf kältere Luftmassen. Der Wetterdienst erwartete am Freitag in weiten Teilen des Landes noch Neuschneemengen zwischen fünf und 15 Zentimetern meist innerhalb weniger Stunden. Ab dem Nachmittag sollten die Schneefälle merklich nachlassen. Die Gefahr von Schneeverwehungen aufgrund des Sturms sollte erst in der Nacht allmählich zurückgehen.
Fotoserie: „Sturmtief „Elli“ hat Deutschland fest im Griff
Wintersturm „Goretti“ in Frankreich
In Frankreich waren rund 380.000 Haushalte ohne Strom, nachdem Sturm „Goretti“ in der Nacht auf Freitag mit Geschwindigkeiten von örtlich bis zu 200 Kilometern pro Stunde über den Nordwesten des Landes gezogen ist. Trotz vieler umgestürzter Bäume und Behinderungen wurden nach vorläufiger Bilanz des Innenministeriums lediglich sechs Menschen leicht verletzt. In der Bretagne brachen in der Nacht zehn bis 13 Meter hohe Wellen über einige Küstenabschnitte herein.
In Nordfrankreich sollten am Freitag bis auf wenige Ausnahmen keine Züge fahren. In der Normandie und der Bretagne sollte der Bahnverkehr am Nachmittag wieder anlaufen. Behinderungen gab es auch im Großraum Paris sowie im Elsass und in Lothringen.
In den Departements Manche und Seine-Maritime bleiben die Schulen geschlossen. Die Behörden hatten eindringlich vor den Gefahren des Sturms gewarnt und die Menschen aufgerufen, sich möglichst in ihren Wohnungen aufzuhalten. Inzwischen ist der Sturm wieder abgeflaut.
Teile Großbritanniens kämpfen mit „Goretti“
Auch in Großbritannien beherrschte „Goretti“ den Alltag vieler Menschen. Mehr als 55.000 Haushalte mussten nach Angaben des Stromnetzbetreibers National Grid am Vormittag ohne Strom auskommen, die meisten davon im Südwesten und in den westlichen Midlands. Vielerorts bleiben die Schulen zu, Straßen waren durch umgestürzte Bäume und beschädigte Stromleitungen gesperrt, Züge standen still. Im stark betroffenen Cornwall in England wurden die Bewohner gebeten, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.















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