2 Golfstaaten im Fokus

Konflikt im verarmten Jemen droht zu eskalieren

Außenpolitik
02.01.2026 15:08

Im zerfallenen und verarmten Bürgerkriegsland Jemen droht eine neue Eskalatiosnstufe. Im Mittelpunkt stehen die eigentlich verbündeten Golfstaaten Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate (VAE).

Vonseiten der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung im Jemen wurde am Freitag ein Einsatz angekündigt, um Stellungen von den Separatisten des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC) zurückzuerobern. Der STC ist ein Zusammenschluss mehrerer Gruppen, die den südlichen Jemen zu einem eigenständigen Staat machen wollen.

„Friedlicher Einsatz“
Der Gouverneur der Provinz Hadramaut, Salem Ahmed Said al-Khanbashi, betonte dabei, dass dies keine Kriegserklärung sei. Es sei ein „friedlicher Einsatz“ geplant. 

Separatisten in Alarmbereitschaft
Die Regierung teilte mit, sie habe Khanbashi das Oberkommando über die Streitkräfte in der östlichen Provinz übertragen, um Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen. Der STC, der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt wird, teilte daraufhin mit, seine Streitkräfte in der gesamten Region seien in Alarmbereitschaft und bereit, entschlossen zu reagieren.

Neue Spannungen seit Dezember
Begonnen hatten die neuen Spannungen bereits Anfang Dezember, als STC-Truppen weite Teile der jemenitischen Provinzen Hadramaut und Mahra unter ihre Kontrolle brachten. 

Saudische Luftwaffe bombardierte Hafenstadt
In Reaktion auf den Vorstoß hatte die jemenitische Regierung unter Präsident Rashad al-Alimi Saudi-Arabien offiziell um Unterstützung gegen den STC gebeten. Daraufhin attackierte die saudische Luftwaffe Stellungen des STC. Am vergangenen Dienstag bombardierte Saudi-Arabien die jemenitische Hafenstadt Mukalla. Ziel war eine angebliche Waffenlieferung aus den VAE an den STC.

Emirate zogen verbliebene Truppen aus Jemen ab
Kurz darauf ordnete Al-Alimi einen auf 90 Tage angesetzten Ausnahmezustand sowie die Schließung aller Häfen und Grenzübergänge im Jemen für 72 Stunden an. Außerdem rief Riad Abu Dhabi dazu auf, die verblieben emiratischen Streitkräfte aus dem Jemen abzuziehen. Die Emirate kamen dem nach. Das Verteidigungsministerium in Abu Dhabi gab am Dienstag in einer Mitteilung „die Auflösung der im Jemen verbliebenen Anti-Terror-Teams“ bekannt.

Bürgerkrieg seit 2014
Im Jemen herrscht seit 2014 Bürgerkrieg. Bisher waren Saudi-Arabien und die Emirate sowie die von ihnen unterstützten Gruppen Bündnispartner im Kampf gegen die Houthi-Rebellen, die weite Teile im Norden und Westen kontrollieren. Doch im vergangenen Monat kam es zum Bruch.

(Bild: AP/Osamah Abdulrahman)

Streit um Flüge
Die Spannungen spiegeln sich auch in der Schließung des internationalen Flughafens von Aden wider. Beide Seiten machten sich gegenseitig für die Einstellung des Flugverkehrs verantwortlich. Der saudi-arabische Botschafter im Jemen, Mohammed Al-Jaber, warf dem STC-Chef Aidarus Al-Subaidi auf X vor, einem Flugzeug mit einer saudi-arabischen Delegation die Landeerlaubnis verweigert zu haben. Saudi-Arabien habe sich bis zuletzt bemüht, mit dem STC alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Eskalation zu beenden, sei aber auf kontinuierliche Ablehnung gestoßen.

Das vom STC kontrollierte Verkehrsministerium warf Saudi-Arabien seinerseits eine Luftblockade vor. Der Flughafen von Aden ist der wichtigste Zugang zu den Regionen des Landes, die nicht von den Houthi-Rebellen kontrolliert werden.

Tiefe historische Wurzeln
Der Konflikt im Jemen, in dem Saudi-Arabien, die Emirate und der Iran um Einfluss in der Region ringen, hat tiefe ⁠historische Wurzeln. Der Jemen war bis 1990 in einen Nord- und einen Südstaat geteilt. Nach der Wiedervereinigung dominierte der Norden. Ein Versuch des Südens, sich 1994 wieder abzuspalten, wurde militärisch niedergeschlagen. Die Separatisten des STC streben seit langem die Unabhängigkeit des Südens an.

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