Ermittlungschaos
MH370: Letzten Funkspruch falsch zitiert
Wer die letzten Worte wirklich gesprochen hat, ist offenbar auch nicht ganz klar. "Wir können bestätigen, dass die letzte Unterhaltung zwischen Tower und Cockpit um 1.19 Uhr stattgefunden hat", sagte Malaysias Transportminister Hishammuddin Hussein auf einer Pressekonferenz. "Der letzte Satz aus dem Cockpit war 'Good night Malaysia 370'. Die Behörden untersuchen noch, ob diese Worte von dem Piloten oder dem Co-Piloten stammen."
Zwar können die Behörden auch aus dieser Meldung keine Hinweise auf technische Probleme oder eine mögliche Entführung ableiten, doch es tun sich dennoch immer mehr Fragen auf. Wieso ändern sich die Informationen der Ermittler immer wieder? Verschweigt die malaysische Regierung womöglich etwas?
Pannen und Widersprüche bei den Ermittlungen
Nur nach und nach rückte zum Beispiel das malaysische Militär mit der Information heraus, dass auf ihren Radarschirmen sehr wohl noch Flugbewegungen des Passagierflugzeugs nach dem Ausfall der Kommunikationssysteme und des Transponders an Bord von Flug MH370 aufgezeichnet wurden.
Hieß es unmittelbar nach dem Verschwinden des Jets, der beinahe zeitgleiche Ausfall der Kommunikationssysteme und das Einchecken zweier Männer mit falschen Pässen deuteten auf eine Entführung hin, gab die malaysische Regierung am 24. März bekannt, dass die Auswertung der Satellitenaufnahmen und die errechnete Flugzeit und Treibstoffmenge den Absturz der Boeing 777 im Indischen Ozean bestätigten. "Flug MH370 endete im Indischen Ozean", erklärte damals Malaysias Regierungschef Najib Razak.
Am vergangenen Freitag musste schließlich das Suchgebiet Tausende Kilometer weiter nach Nordosten verlegt werden, da sich herausgestellt hatte, dass das Passagierflugzeug schneller als bisher angenommen unterwegs war. Damit war auch der Treibstoffverbrauch höher. Doch auch im neuen Suchgebiet wurden bisher keine Trümmerteile gefunden.
Regierung: "Wir verheimlichen nichts"
Familien der Unglücksopfer aus China werfen den malaysischen Behörden wegen widersprüchlicher Angaben vor, Erkenntnisse zurückzuhalten. "Wir verheimlichen nichts", betonte der malaysische Verkehrs- und Verteidigungsminister angesichts immer größerer Anfeindungen auch ausländischer Journalisten.
Wettlauf mit Zeit: Schlechtwetter behindert Suche
Am Dienstag wurde die Suche nach der Boeing 777 erneut wegen Schlechtwetters behindert (siehe auch kleines Bild oben: die beteiligten Kräfte bei der Suche). Zu Beginn des 13. Tages des Einsatzes konnte das Suchgebiet im südlichen Indischen Ozean nur in Teilen überprüft werden, wie die koordinierende australische Seesicherheitsbehörde mitteilte.
Die Zeit, das Wrack der verschollenen Boeing anhand des Flugschreibers zu orten, wird unterdessen knapp. Dessen Batterie wird nach Meinung von Experten etwa bis kommenden Montag halten. "Wir habe noch etwa eine Woche, aber wie lange die Batterie halten wird, kommt auf die Wassertemperatur und die Wassertiefe an", sagte der australische Verteidigungsminister David Johnston dem australischen Rundfunksender ABC. Der Flugschreiber sendet 30 Tage lang Signale aus, mit deren Hilfe das Flugzeugwrack zu orten wäre.
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