Alle, die ihn besser kennen, sagen, der Gust sei ein feiner Kerl. Und fast alle, die beruflich mit ihm zu tun haben, erzählen, ohne den Gust würde die Regierung nicht mehr funktionieren.
August Wöginger, Österreichs derzeit berühmtester Gust, scheint ein tapferer und fleißiger Mann zu sein. Und jetzt steht er mit beschmutzter Weste da. Fast könnte er einem leidtun.
Herrn Wögingers besondere Verlässlichkeit ist eine sehr österreichische Eigenschaft, die aus fehlgeleitetem Bewusstsein immer schon als Grundvoraussetzung im Bindegewebe von Parteien gegolten hat.
Das wird in der einen oder anderen Form wohl auch immer so bleiben. Und doch sieht es danach aus, als würde sich langsam etwas verändern.
Das Fass zum Überlaufen gebracht hat Christian Stocker. Die allzu aufreizend gezeigte Genugtuung des ÖVP-Chefs über das abrupte und seltsame Ende des Verfahrens wegen Postenkorruption gegen seinen Gust war zu unappetitlich. Als Bundeskanzler sollte Stocker über sein Selbstverständnis eines Wiener Neustädter Rechtsanwalts endlich hinausgewachsen sein und mehr staatspolitische Verantwortung zeigen, als sich bloß für seinen Parteifreund zu freuen.
Mit der Causa Wöginger steht ein System vor Gericht. Das ist nicht auf die ÖVP beschränkt. Es könnte der politische Schrebergarten des Nachkriegsösterreichs verhandelt werden. Vielleicht trägt der Gust so mehr zur Gesundung Österreichs bei, als er es sich je erträumt hätte.
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