In der Beantwortung einer Landtagsanfrage der Grünen führt Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) nochmals explizit alle Gründe auf, die für eine Zusammenlegung der Geburtenstationen von Dornbirn und Bregenz sprechen. Unter anderem spricht sie von langfristigen Kosteneinsparungen in Höhe von 6,7 Millionen Euro im Jahr.
18 Fragen hatten die Grünen in ihrer jüngsten Landtagsanfrage zur Spitalsreform an Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher gestellt. Zum einen ging es der Oppositionspartei dabei um jene Ziele und Kriterien, nach denen entschieden wurde, welche Abteilungen sich künftig in welchem Spital finden werden. Zum anderen ging es auch um die Einbeziehung der Betroffenen.
Was die Ziele der Reform betrifft, führte Rüscher neben der „sicheren, qualitätsvollen und bedarfsgerechten Versorgung“ auch „attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze“ an. Ein weiterer Punkt sei natürlich die „Sicherstellung der finanziellen Nachhaltigkeit“. Während des partizipativen Prozesses sei mit mehr als 300 Vertretern aus Medizin, Pflege und weiteren Gesundheitsberufen sowie mit Betriebsräten, Krankenhausträgern, Vertretern der Ärztekammer und der Sozialversicherung gesprochen worden.
In weiterer Folge listete die Landesrätin jede Menge Termine auf, an denen mit den Vertretern der 14 von der Reform betroffenen Fachbereiche gesprochen worden war. Weitere Treffen gab es mit dem Krankenhaus Dornbirn (sechs Termine), der Stiftung Maria Ebene (drei Termine), der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft (sechs Termine) sowie mit der Ärztekammer (zwei Termine), dem Gemeindeverband und dem Roten Kreuz (jeweils ein Termin).
Sinkende Geburtenzahlen in Dornbirn und Bregenz
Besonders ausführlich beantwortete Rüscher die Frage, inwiefern die Verlegung der Frauenheilkunde- und Geburtenstation die Versorgung der Patienten verbessern könne. Neben der höheren Behandlungsqualität durch höhere Fallzahlen führte die Landesrätin auch die sinkende Auslastung der Abteilungen für Gynäkologie und Geburtenhilfe an den Standorten in Dornbirn und Bregenz an. „Dadurch wird der Betrieb an zwei getrennten Standorten ineffizient und kann in der bisherigen Form nicht aufrechterhalten werden.“

Eine Zusammenführung ermögliche zudem einen effizienteren Einsatz von Personalressourcen, was in Zeiten europaweiter Personalknappheit im Gesundheitswesen ein Gebot der Stunde sei. Die Räumlichkeiten in Bregenz könnten ohne größere Investitionen genutzt werden. Die bisherigen Kreißsäle in Dornbirn wiederum könnten für orthopädische oder unfallchirurgische Eingriffe adaptiert werden. Langfristig würde dies zu Kosteneinsparungen von bis zu rund 6,7 Millionen Euro jährlich führen. Die geplante Fallzahl von etwa 2300 Geburten pro Jahr entspreche bewährten Größen in Ländern wie Deutschland oder Schweden.
Was den Zeitplan für die Verlegung der Stationen von Dornbirn nach Bregenz angeht, werden die organisatorischen und baulichen Planungen bereits im kommenden Jahr starten. Der Transfer der Abteilungen ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Etwas früher – nämlich mit Ende dieses Jahres – wird die Geburtshilfe des LKH Bludenz nach Feldkirch übersiedeln.
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