Vorsorgestudie

Vorarlberger vertrauen nicht mehr auf die Pension

Vorarlberg
05.02.2026 12:35
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und der Wiener Städtischen zeigt: Immer mehr Menschen in Vorarlberg zweifeln an einer ausreichend hohen staatlichen Pension und fürchten, im Alter weiter arbeiten zu müssen.

Die Zeiten, in welchen man fast selbstverständlich optimistisch in Zukunft blickte, sind auch im Ländle vorbei: Befragt nach ihren Erwartungen bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung und der Lebensqualität für die kommenden Monate, rechnen 58 Prozent der Vorarlberger und Vorarlbergerinnen mit einer Verschlechterung, 31 Prozent mit gleichbleibenden Verhältnissen und nur 10 Prozent mit einer Verbesserung. Die Sorgenfalten werden demnach größer. Es verwundert daher auch nicht, wenn Menschen vermehrt auf Stabilität, Verlässlichkeit und Sicherheit setzen. Dieser zunehmende Wunsch nach Sicherheit zeigt sich auch in jenen Themen, für die man bereit ist, finanziell vorzusorgen: Diese sind für knapp sieben von zehn Befragten im Ländle die Pension (+7 Prozentpunkte zu 2025), 62 Prozent schaffen finanzielle Reserven für Krisenfälle, 61 Prozent investieren regelmäßig in eine private Gesundheitsvorsorge und 56 Prozent geben das Thema Wohnen als Ziel ihrer Vorsorgetätigkeit an. Und für etwas mehr als jeden Zweiten (53 Prozent) ist die Familie ein zentraler Vorsorgegrund.

Paul Eiselsberg (IMAS International), Sonja Brandmayer (Wiener Städtische) und Martin Jäger ...
Paul Eiselsberg (IMAS International), Sonja Brandmayer (Wiener Städtische) und Martin Jäger (Sprecher der Vorarlberger Sparkassen) bei der Präsentation der Vorsorgestudie 2026.(Bild: Sparkasse)

Vertrauen in den Staat als Pensionsgarant schwindet
Befragt nach den Hauptgründen, warum die Menschen in Vorarlberg vorsorgen, sagen mehr als die Hälfte der Befragten (59 Prozent), dass sie dadurch ihr persönliches finanzielles Risiko verringern. Besorgniserregende 55 Prozent führen ein zunehmendes Misstrauen gegenüber dem Staat als zentrales Vorsorgeargument an – der öffentlichen Hand wird also offenbar immer weniger zugetraut, ein verlässlicher Partner in Sachen Pensionen zu sein. 51 Prozent geben an, eventuellen Schicksalsschlägen finanziell vorbeugen zu wollen und jeder Zweite (49 Prozent) hofft, durch private Vorsorge seinen gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können. „Hier zeigen die zuletzt stärker werdenden Diskussionen über die Finanzierbarkeit des staatlichen Pensionssystems Wirkung. 83 Prozent der Vorarlberger zweifeln daran, einmal eine ausreichend hohe Pension vom Staat zu erhalten. Dass bereits heute jeder vierte Steuereuro für die Stützung der öffentlichen Pensionen aufgewendet werden muss, verunsichert mittlerweile mehr als 8 von 10 Befragten“, erläutert Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen. Jeder siebente Befragte geht gar davon aus, in der Pension weiter arbeiten zu müssen, um im Alter gut über die Runden zu kommen.

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83 Prozent der Vorarlberger zweifeln daran, einmal eine ausreichend hohe Pension vom Staat zu erhalten.

Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen

Sparbuch noch immer beliebteste Anlageform
Im Schnitt werden 225 Euro pro Monat in die persönliche Pensionsvorsorge gesteckt. Bei den Anlageformen dominieren nach wie vor die Klassiker Sparkonto (58 Prozent), Lebensversicherung (41 Prozent) und Wertpapiere (30 Prozent). Es folgen Fondssparpläne (27 Prozent), das Bausparen (24 Prozent), Immobilien (16 Prozent) und Gold (12 Prozent). Auffallend ist, dass Lebensversicherungen (+10 Prozentpunkte) und Fondssparpläne (+3 Prozentpunkte) auch im Ländle an Beliebtheit zulegen konnten.

Altersarmut durch rechtzeitige Vorsorge vermeiden
Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Sorgen vor Altersarmut in der Vorarlberger Bevölkerung stark ausgeprägt sind. So schätzen 42 Prozent der Befragten das Risiko, in der Pension selbst von Altersarmut betroffen zu sein, als sehr hoch bzw. hoch ein. Wie also einer möglichen Altersarmut wirksam entgegensteuern? 92 Prozent sehen hier eine möglichst frühzeitige private finanzielle Vorsorge bzw. eine umfassende finanzielle staatliche Förderung privater Altersvorsorge (87 Prozent) als wirkungsvollste Maßnahmen. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Befragten in Vorarlberg sind davon überzeugt, dass eine durchgängige Vollzeitbeschäftigung der richtige Weg zu einer höheren Pension ist. Vor diesem Hintergrund fällt auch die Zufriedenheit mit dem staatlichen Pensionssystem generell eher mäßig aus – gerade einmal 41 Prozent im Ländle zeigen sich damit zufrieden, 49 Prozent hingegen sind unzufrieden.

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