Kabel durchtrennt

MH370 verschollen: “Absolute Profis” am Werk

Ausland
18.03.2014 14:01
Das Verschwinden der Malaysia-Airlines-Maschine am 8. März wird immer mehr zum Krimi: Experten zufolge wurde die mutmaßliche Entführung der Boeing 777 von mehr als einer Person geplant und durchgeführt - und zwar von "absoluten Profis", wie die Nachrichtenagentur Reuters mehrere ehemalige Piloten zitiert. Das automatische Datenfunksystem ACARS sei durch das Trennen der entsprechenden Kabelverbindung außerhalb des Cockpits deaktiviert worden.

Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf den Zeitraum zwischen 1.07 Uhr, als ACARS den letzten Statusbericht weitergab, und 1.37 Uhr, als die nächste Meldung ausblieb. Laut Behörden habe es um 1.19 Uhr den Funkspruch "In Ordnung, gute Nacht" gegeben - offenbar vom Co-Piloten -, zwei Minuten später wurden keine Transponderdaten mehr übermittelt.

Kabelverbindung nicht in Handbuch vermerkt
Die Kabel des Datenfunksystems befinden sich knapp außerhalb des Cockpits in einem Bodenverschlag, sie wurden Reuters zufolge "mit großer Wahrscheinlichkeit" durchtrennt. Dies beweise, dass mindestens zwei Personen beteiligt gewesen seien - eine, die das Cockpit kontrollierte, und eine andere, die die Kabel durchtrennte. "Da waren extrem gut vorbereitete Leute am Werk", wird ein Ex-Pilot zitiert. Wo genau sich die ACARS-Kabel befinden, sei in den Flugzeug-Handbüchern nämlich nicht vermerkt.

All diese Vorgänge spielten sich in jenem Augenblick ab, in dem die Boeing von der malaysischen an die vietnamesische Luftkontrolle übergeben werden sollte. "Das ist kein Zufall, das war sekundengenau geplant", so ein Experte gegenüber Reuters, der von einer "exakt geplanten Aktion" spricht.

Fieberhafte Suche geht weiter
Indes hat China am Dienstag die Suche nach der Maschine entlang seiner Nordwestgrenze aufgenommen. Australien flog am Dienstag südwestlich seiner Küste mit einem Seeaufklärer über den Indischen Ozean. Nach ihrer rätselhaften Kehrtwende am 8. März dürfte die Boeing 777-200 eine von zwei Routen geflogen sein, die in diese Gebiete führen.

"Ein neuer Tag: Lasst uns hoffen und beten, dass wir heute etwas finden", twitterte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Morgen. Doch auch am elften Tag der intensiven Suchbemühungen fehlt weiter jede Spur von dem Flugzeug. 

Kasachstan und Kirgistan haben keine Hinweise, dass das Flugzeug in ihren Luftraum eingedrungen sein könnte, berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Auch Pakistan und Indien wüssten nichts. 26 Länder suchen nach der Boeing, die nach dem Start von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden ist.

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