Grassierender Antisemitismus: Der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Michael Galibov, warnt im „Krone“-Gespräch vor importiertem und linkem Judenhass. Und er fordert zum Schutz der europäischen Kultur und Werte ein eigenes Ministerium.
Die Bundesregierung präsentierte neulich eine „Nationale Strategie gegen Antisemitismus“. Michael Galibov spricht lieber von „Judenhass“. Die Strategie sei gut gemeint, es brauche aber angesichts dramatisch steigender Vorfälle gegen Juden sehr viel mehr.
Verstärkte Sicherheit für jüdische Einrichtungen, Formulierung eines konkreten Zielkatalogs oder Kriterien für eine „Rückführungsmigration“, also Abschieben. Hier meint Galibov Zuwanderer aus muslimischen Gebieten, denn der sogenannte „importierte Judenhass“ sei enorm. Der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) hält fest, das Leben für Juden werde immer schwieriger. Bedrückendes Fazit: „Wir fühlen uns zwar sehr wohl, aber nicht mehr sicher in Österreich.“
Man befinde sich sukzessive auf einem französischen Weg: In Frankreich verlassen seit Jahren viele Juden das Land wegen steigender Aggression gegen sie. Michael Galibov plädiert in diesem Sinne für Österreich für einen „Nationalen Aktionsplan für Sicherheit, Integration und Rückführungsmigration.“
Lob für Sebastian Kurz, Kritik an Andreas Babler
Der 1980 in Wien geborene Unternehmer lobt die ÖVP als „Vorzeigepartei im Kampf gegen Antisemitismus und für die Rechte Israels, vor allem unter Ex-Kanzler Sebastian Kurz. Kritik hat er jedoch für Vizekanzler Andreas Babler von der SPÖ parat: Der warne vornehmlich vor dem verstärkten Antisemitismus von den Rechten bzw. gewaltbereiten Neonazis. Galibov: „Davon hätte ich auf den Straßen nichts bemerkt. Es gibt auch aktuelle Zahlen, die zeigen, dass die meisten Vorfälle gegen Juden von den linken Palästinenserfreunden und Muslimen kommen.“
„Europa hat seine Kultur verloren“
Nachsatz: „Wir reden immer von Werten und Kultur. Doch was heißt das, wenn Menschen, die zu uns kommen und keine Konsequenzen fürchten müssen, dies nicht respektieren? Europa hat seine Kultur verloren.“ Galibov , der seit 18 Jahren im interkulturellen Bereich tätig ist, ist trotz harscher Kritik an den Entwicklungen auf Konsens gebürstet.
Es brauche jedoch eine nationale Kraftanstrengung zum Schutz der Werte und Kultur Europas. Und: „Um den Erfolg sicherzustellen, muss das Projekt beim Bundeskanzler mit einem eigenen Kanzleramtsminister angesiedelt sein.“ Klare Ansagen an die Politik. Man darf gespannt sein, wie die Reaktion ausfällt. Oder ob es überhaupt eine gibt.

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