In hunderten Stunden Handarbeit wurde das Heilige Grab in Radfeld (Tiroler Bezirk Kufstein) restauriert – von der Holzkonstruktion bis zur Elektrik. Seit einigen Tagen steht es nun wieder in der Radfelder Kirche und erfreut die Besucher mit kunstvollen Szenen.
Prachtvoll ragt das Heilige Grab im Altarraum der Radfelder Kirche empor. Wer es schon länger kennt, sieht sofort, dass es frisch restauriert worden ist. Erst vor Kurzem wurden die Arbeiten abgeschlossen – nach rund einem halben Jahr. „Ich habe Mitte Oktober die ersten Teile zerlegt“, erzählt Josef Arzberger. Der Tischlermeister aus Radfeld hat in seiner Laufbahn schon mehrere Heilige Gräber hergerichtet und wusste genau, was mit dem aus dem eigenen Ort zu tun war.
„Die Arbeit ist nicht körperlich schwer, aber sie ist eine Geduldssache.“ Ganz vorsichtig mussten die Teile mit Keilen, Erhitzen oder über Wasserdampf zerlegt werden. „Dann habe ich sie neu verfugt und verleimt“, berichtet Arzberger.
Auffrischung für altes Kunstwerk dringend nötig
Zu tun war einiges, schließlich stammt das Heilige Grab aus dem Jahr 1937. Nach einer rund fünfzehnjährigen Pause wurde es 1984 erstmals wieder aufgestellt, bereits damals waren einige Ausbesserungsarbeiten nötig. Zuletzt brachte der Zustand des Gebildes den Pfarrgemeinderat dazu, bei Pfarrer Manfred Thaler die Restaurierung anzuregen. Dieser stimmte zu – und bewies damit Vertrauen: „Ich hatte es noch nie in der Kirche stehen sehen“, sagt der Provisor, der die Pfarre erst 2024 übernommen hat.
Umso größer ist die Freude, da das Heilige Grab nun in neuem Glanz erstrahlt. Nicht nur der Konstruktion an sich hat Josef Arzberger zu neuer Schönheit verholfen, Restaurator Franz Niederhauser aus Thaur hat sich den bildlichen Darstellungen angenommen. Die Szenen des Kreuzwegs, Engel und Propheten haben ihre Farbenpracht wiedererlangt. Zudem wurden die Mechanik und die elektrische Beleuchtung erneuert, sodass nun wieder zwei Soldaten vor dem Grab Jesu hin- und herpatrouillieren und dutzende bunte Glaskugeln von Lämpchen zum Strahlen gebracht werden.
Teile, die womöglich über hundert Jahre alt sind
Eines der ältesten Teile am Ostergrab musste nicht ersetzt werden: jene Mechanik, die nach dem Prinzip einer aufziehbaren Wanduhr vier kleine Engel kreisen lässt. „Das ist alles handgeschmiedet“, erklärt Arzberger, und Pfarrer Thaler fügt hinzu: „Womöglich ist es sogar älter als das Grab, weil es von einem Vorgängermodell stammen könnte.“
Nach hunderten Arbeitsstunden konnten schließlich alle Einzelteile zum Heiligen Grab zusammengesetzt werden. Bis nach dem Weißen Sonntag verbleibt es in der Kirche, bevor es in einem eigens von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Raum sicher gelagert wird. Damit es nach der aufwendigen Restauration viele Jahre schön bleibt.
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