Wutrede bei Gipfel

Putin-Kritiker zuckt aus: „NATO existiert nicht!“

Außenpolitik
27.11.2025 13:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

In diesen Worten liegt enorm viel Frust! Der vorgelegte „Friedensplan“ der US-Regierung sorgt beim Exil-Russen Garri Kasparow für unendliche Wut. Während eines Sicherheitsforums in Kanada platzte ihm der Kragen.

Die US-Blamage um den „geleakten“ Friedensplan sei das „beste Ergebnis“, das sich Kremlchef Wladimir Putin hätte erhoffen können. Der in der ehemaligen Sowjetunion geborene Schachweltmeister, der mit seiner Familie in New York lebt, redete sich daraufhin in Rage. Seine Standpauke verwandelte sich in eine Abrechnung mit dem Westen.

„Es geht nicht darum, wie viele Waffen man hat. Es geht nicht um Munition. Es geht darum, ob man bereit ist, für die Freiheit zu kämpfen und zu sterben“, wetterte Kasparow beim Halifax Security Forum. Stattdessen würde man über einen „Friedensplan“ diskutieren, der von Trumps Golf-Kumpel ausverhandelt wurde. Dabei würde es sich um einen „Immobilien-Vertrag“ handeln, der Trumps Zirkel reich machen soll.

„Die NATO ist ein Fake“
Der Westen sei insgesamt zu zögerlich: „Ja, es ist schön, dass die NATO eine von Kanada geführte Brigade in Lettland hat. Aber was ist ihr Befehl, wenn russische Truppen die Grenze überschreiten? Werden sie schießen? Wir alle kennen die Antwort! Die Verhandlungen werden ewig dauern. Es gibt keine Klarheit. Keine Entschlossenheit.“

Die Brandrede in voller Länge im Video: 

Der ausgesprochene Putin-Kritiker Garri Kasparow verlor auf einem Sicherheitsforum die Fassung.
Der ausgesprochene Putin-Kritiker Garri Kasparow verlor auf einem Sicherheitsforum die Fassung.(Bild: Krone KREATIV/KRISTINA KORMILITSYNA/AFP/Screenshot x.com)

Dann ätzt der Exil-Russe: „Die NATO ist nicht stark. Die NATO existiert nicht. Sie ist ein Fake. NATO, das sind nur vier Buchstaben auf einem Papier.“ Es verbiete sich, ernsthaft darüber diskutieren, die Ukraine zu zwingen, Verteidigungsanlagen abzubauen, die Europa buchstäblich schützen.

Allein der Ukraine sei es zu verdanken, dass russische Panzer noch nicht in Polen stehen würden. „Der einzige Grund, warum wir heute hier sitzen und gemütlich über die NATO sprechen können, ist, dass die Ukraine jede Minute stirbt.“ Trotzdem werde darüber diskutiert, ob die Ukraine überhaupt in das Bündnis aufgenommen werden soll oder nicht – obwohl sie nach Kasparows Darstellung als einzige Nation den Zweck des Staatenbundes erfülle.

Putin würde Nordkoreaner, Kubaner und Afrikaner in den Krieg schicken und der Westen zerbreche sich den Kopf über Eskalationsspiralen. „Wir haben alles: militärische, politische und wirtschaftliche Macht auf unserer Seite, und trotzdem verlieren wir den Krieg“, fährt der Dissident, der von Putin als „Terrorist und Extremist“ geführt wird, fort. 

Er schloss mit: „Es ist der Ukraine zu verdanken, dass Russland Putins Traum von der Wiederherstellung des russischen Reiches nicht verwirklichen kann. Aber wenn, Gott bewahre, die Ukraine gezwungen wird, dieses Abkommen zu schließen, dann wird Putin ganz klar seinen Traum verwirklichen, und dann, Leute, seid ihr die Nächsten. Aber ihr seid nicht bereit, zu kämpfen!“

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