Von Granate verletzt

Syrisches Mädchen auf Unicef-Foto des Jahres

Ausland
05.03.2014 11:36
Der Blick leer, das Gesicht weiß, Blut im Gesicht und auf der Kleidung: Das Bild eines elfjährigen Mädchens, das im syrischen Aleppo von einer Granate verletzt wurde, ist das Unicef-Foto des Jahres. Die Aufnahme zeige die Notlage von Kindern im vom Krieg erschütterten Syrien, verlautete die Jury.

Das Bild wurde im Oktober 2012 vom freischaffenden Fotografen Niclas Hammarström in einem Krankenhaus in Aleppo aufgenommen. Zu sehen ist das elfjährige Schulmädchen Dania Kilsi. Sie habe laut Hammarström gerade draußen mit ihrer Schwester und ihrem Bruder gespielt, als sie von Granatsplittern getroffen wurde.

Auf dem Bild sind neben der offensichtlich unter Schock stehenden Elfjährigen die Hände ihres ältesten Bruders zu sehen, der ihren Kopf hält. Zum Glück sei Dania nicht schwer verletzt worden, so der Fotograf. Sie habe das Krankenhaus kurz darauf verlassen können. Das Spital hingegen sei einige Monate später zerstört worden.

Hälfte aller syrischen Kinder in Not
Die Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, möchte mit dem Foto einmal mehr auf die schlimme Lage der Kinder in Syrien aufmerksam machen: Fast die Hälfte aller syrischen Kinder lebe demnach in einem Zustand akuten Notstands. Etwa drei Millionen könnten nicht länger zur Schule gehen - vor allem aber befinde sich unter diesen Kindern kaum eines, das nicht mit Gewalt und Zerstörung sowie dem gewaltsamen Tod eines Familienmitglieds in Berührung gekommen sei, so die Unicef.

Zudem ist das Bild ein Symbol für die zunehmende Zerstörung der medizinischen Infrastruktur. Verwundete Zivilisten zu versorgen werde so immer schwieriger, zudem kämen bisher vermeidbar gewesene Krankheiten wie Polio zurück.

Unterschriftenaktion gegen "verlorene Generation"
Wer für die syrischen Kinder einstehen und eine "verlorene Generation" verhindern möchte, kann dies unter anderem mit der Unterschrift bei der Online-Plattform Change.org tun. Die Unicef hat sich mit anderen Kinder- und Flüchtlingshilfsorganisationen zusammengeschlossen, um in einer Petition von Politikern weltweit "ein Ende des Blutvergießens und des Leidens" zu fordern.

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