UNO-Bericht
Syrien: Regierung und Rebellen misshandeln Kinder
Die vom Westen gestützte Opposition spiele in Syrien eine unrühmliche Rolle, so Ban. Sie setze Jugendliche auch als Kämpfer ein. Aus Mangel an Bildung und Arbeitsmöglichkeiten entschieden sich Minderjährige in Flüchtlingslagern in den Nachbarländern, zu den Waffen zu greifen. "Viele Burschen geben an, dass sie es als ihre Pflicht empfunden haben, sich der Opposition anzuschließen", erklärte der UN-Generalsekretär.
Folter, Vergewaltigungen, Scheinhinrichtungen
Auch Regierungstruppen und regierungstreue Milizen würden immer wieder Jugendliche an Kontrollpunkten einschüchtern und drängten sie dazu, sich ihnen anzuschließen, heißt es in dem Bericht. Die Regierung foltere zudem Kinder und Jugendliche, die Verbindungen zur Opposition hätten. Zum Instrumentarium der Folterer gehörten Schläge, Elektroschocks auch an den Genitalien, das Ausreißen von Finger- und Zehennägeln, Vergewaltigung, Scheinhinrichtungen oder Konfrontation mit der Folter Angehöriger.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Vereinten Nationen Syriens Konfliktparteien Misshandlung von Kindern vorwerfen, noch nie aber wurden so viele Details genannt. In dem Bericht werden Vorkommnisse seit Beginn des Aufstandes gegen Syriens Präsident Bashar al-Assad aufgelistet. Was im März 2011 mit Demonstrationen begonnen hatte, hat sich inzwischen zu einem Bürgerkrieg mit deutlich mehr als 100.000 Toten entwickelt, darunter über 10.000 Kinder. Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich bisher in Nachbarländern in Sicherheit gebracht, zumeist Frauen und Kinder.
Kerry wirft Assad "barbarische Taten" vor
Auch US-Außenminister John Kerry griff das Regime Syriens indes mit außergewöhnlich scharfen Worten an und warf Assad "barbarische Taten" gegen das eigene Volk vor. In einer am Dienstag in Washington veröffentlichten Mitteilung verurteilte er, dass die Truppen des Präsidenten Fassbomben mit Sprengstoff und Nägeln auf Zivilisten abwerfen. Diese entfalten bei der Detonation besonders zerstörerische Wirkung.
Nachdem es bereits Gegner gefoltert und Chemiewaffen eingesetzt habe sowie Menschen absichtlich verhungern ließe, würden die Fassbomben die Unmenschlichkeit des Regimes erneut unterstreichen, so Kerry. Zudem habe er das Land in einen "Supermagneten für Terroristen" verwandelt. Das syrische Volk würde niemals eine legitime Regierung akzeptieren, der Assad angehöre, meinte Kerry. Das Regime unterlaufe die Genfer Syrien-Friedensgespräche.
Durch Luftangriffe mit Fassbomben waren am Samstag in der syrischen Stadt Aleppo mindestens 85 Menschen getötet worden (siehe Infobox). Wie die oppositonsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, warf die syrische Luftwaffe die mit dem Sprengstoff TNT gefüllten Fässer von Helikoptern oder Flugzeugen auf Rebellenhochburgen im Osten der Stadt ab.












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