Termine im Februar

Süd- und Nordkorea genehmigen Familientreffen

Ausland
05.02.2014 13:35
Die Regierungen Süd- und Nordkoreas haben sich am Mittwoch auf Familientreffen von Verwandten aus beiden Ländern noch in diesem Monat geeinigt. Es handelt sich um die ersten Begegnungen seit Jahrzehnten getrennter Familien seit über drei Jahren. Die Treffen sollen zur Vertrauensbildung in den zuletzt wieder turbulenten Beziehungen der beiden Staaten beitragen.

Verhandler beider Staaten setzten Termine über sechs Tage ab dem 20. Februar fest. Die Treffen sollen am Berg Kumgang in Nordkorea stattfinden. Ein vorher geplantes Treffen in Pjöngjang im September war wenige Tage vor Stattfinden abgesagt worden.

Seoul traut der Einigung noch nicht ganz
Das südkoreanische Vereinigungsministerium erklärte, man hoffe, dass die Vereinbarung "problemlos" ablaufe, um das Leid getrennter Familien zu lindern. Aber auch diesmal wird befürchtet, dass Nordkorea die Familien in letzter Minute wieder enttäuschen könnte.

Streit gibt es vor allem wegen eines für Ende Februar geplanten Militärmanövers von Südkorea und den USA. Die Führung in Pjöngjang will die jährliche Übung verhindern. Nach Einschätzung des Professors Yoo Ho Yeol, der in Seoul Nordkoreastudien lehrt, könnte der Norden das Treffen nun dazu nutzen, um Zugeständnisse wie eine Lockerung der südkoreanischen Sanktionen oder eine Beschränkung der Militärübung zu erzwingen.

72.000 Menschen auf Warteliste für Familientreffen
Das Programm zu den Familientreffen, in dessen Rahmen bisher Tausende Menschen kurzzeitig ihre Angehörigen sehen konnten, hatte im Jahr 2000 begonnen. Derzeit stehen etwa 72.000 Südkoreaner auf einer offiziellen Warteliste und hoffen, ihre Familienmitglieder aus dem Norden wenigstens kurz in die Arme schließen zu dürfen. Jeder zweite von ihnen ist bereits älter als 80 Jahre. Da sich die beiden koreanischen Staaten faktisch noch im Kriegszustand befinden, sind Telefonate und direkter Briefaustausch offiziell verboten.

Zuletzt hatte es im Jahr 2010 Familienzusammenführungen gegeben, die stets sehr emotional ablaufen. Unter Aufsicht des Roten Kreuzes trafen sich Verwandte, die seit dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 auf verschiedenen Seiten der innerkoreanischen Grenze leben.

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