Verbot möglich

Stocker „akzeptiert Österreich-Aufschlag nicht“

Innenpolitik
29.08.2025 07:46

Lebensmittel in Österreich sind um etwa acht Prozent teurer als in anderen EU-Ländern. Bundeskanzler Christian Stocker hat den sogenannten „Österreich-Aufschlag“ nun als „relevante Größe“ bezeichnet. Er sei nicht bereit, höhere Lebensmittelpreise als im EU-Ausland zu akzeptieren, sagte er am Freitag im Ö1-„Morgenjournal“.

Es gebe auf EU-Ebene Möglichkeiten, ein Verbot zu erlassen. Zuvor hatte der Kanzler bereits gesagt, dass Österreich weniger Beitrag zahlen solle, wenn die Europäische Union nichts gegen den Aufschlag mache. Etwas gegen die teuren Lebensmittel zu unternehmen, sei seine „erste Priorität“. International sei schon vieles gemacht worden. Als erfolgreich sieht Stocker beispielsweise die Entkoppelung des Strom- vom Gaspreises in Spanien an. Auch in Österreich sind die Energiepreise laut ihm ein wesentlicher Faktor der Teuerung.

Gegenüber einer Mehrwertsteuersenkung, wie sie kürzlich etwa Wifo-Chef Gabriel Felbermayr ins Spiel brachte, ist er hingegen skeptisch. So könnte sich das in einer allgemeinen Preiserhöhung niederschlagen, davon würden die Konsumentinnen und Konsumenten dann nichts spüren.

„Wir reden über alles“
„Wir reden über alles“, stellte Stocker im „Morgenjournal“ zugleich klar. Er sei aktuell weder mit der Inflation noch mit Österreichs Wirtschaftswachstum zufrieden. Seine Ziele erklärte der Kanzler mit der Formel 2:1:0 – zwei Prozent Inflation, ein Prozent Wirtschaftswachstum und null Toleranz „gegen alle, die unsere Demokratie gefährden“.

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP)
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP)(Bild: Urbantschitsch Mario)

Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, bräuchte es etwa Investitionsanreize und Abschreibungen. Darüber werde man sich auf der Regierungsklausur Anfang September unterhalten. Generell ist der Kanzler überzeugt, dass ein Wirtschaftsaufschwung wieder möglich sei. Man könne aber „keine überbordenden Maßnahmen“ machen und alle müssten ihren Beitrag leisten. Auf der Regierungsklausur werde ein Konjunkturpaket vorgestellt.

Wie berichtet, sind die Preise für Lebensmittel bereits im benachbarten Bayern günstiger als hierzulande. Fachleute sehen den Hauptgrund im „Österreich-Aufschlag“: Herstellerinnen und Hersteller können in kleineren Ländern als in größeren wie etwa Deutschland mehr verlangen. In den größeren gibt es mehr Handelskonzerne und dadurch mehr Wettbewerb. Die Bundeswettbewerbsbehörde kritisiert das seit Jahren. Der österreichische Handel verteidigt sich unter anderem mit der Preispolitik der Konzerne.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt