50 Jahre nach Mord

Obama legt Kranz an John F. Kennedys Grab nieder

Ausland
21.11.2013 09:14
Fast genau 50 Jahre nach dem Attentat auf John F. Kennedy hat US-Präsident Barack Obama einen Kranz am Grab des ermordeten Staatschefs niedergelegt. Gemeinsam mit Ex-Präsident Bill Clinton, seiner Frau Michelle und Mitgliedern der Kennedy-Familie erschien Obama am Mittwoch auf dem Nationalfriedhof Arlington in der Nähe von Washington.

Bei strahlendem Sonnenschein unterhielt sich Obama mit Angehörigen der Familie. Darunter war unter anderem Kennedys Enkel John Schlossberg. Dessen Mutter Caroline Kennedy, die Tochter von JFK, war nicht anwesend. Als neue US-Botschafterin in Japan setzt sie die politische Tradition des Clans fort. Am Dienstag wurde sie von Tausenden Japanern in Tokio empfangen.

Trauerzeremonie am Dealey Plaza
Die Kranzniederlegung in Arlington war Teil einer Reihe von Gedenkveranstaltungen zum 50. Jahrestag des Kennedy-Attentats. Rund 5.000 Menschen werden am Freitag in Dallas im US-Staat Texas erwartet, um am Dealey Plaza, wo die tödlichen Schüsse gefallen sind, an einer Gedenkfeier zu Ehren Kennedys teilzunehmen.

Rund 900 Journalisten aus aller Welt hätten sich für die dortige Zeremonie angemeldet, berichtete die Zeitung "Dallas News" online. Landesweit werden am Freitag an allen öffentlichen Gebäuden die Flaggen auf halbmast wehen. Zudem rief Obama die Bevölkerung auf, Trauerbeflaggung auch an ihren Häusern und Geschäften zu hissen.

Kennedy: Beliebt, aber politisch keine Lichtgestalt
Bis heute gilt JFK als einer der beliebtesten US-Politiker aller Zeiten. Politisch war er Historikern zufolge allerdings längst nicht die Lichtgestalt, zu der die amerikanische Gesellschaft ihn über die Jahrzehnte erklärt hat. Während seiner kurzen Amtszeit weitete sich der Vietnam-Krieg aus, die Invasion der Schweinebucht zum Sturz des Revolutionsführers Fidel Castro missglückte, die Berliner Mauer wurde gebaut und die Kuba-Krise führte fast zu einem Atomkrieg.

Auch innenpolitisch hatte Kennedy bis zum Attentat am 22. November 1963 in Dallas wenig vorzuweisen. Doch der tragische Tod des charismatischen Präsidenten wurde in den USA zur nationalen Tragödie.

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