Streit bei Amazon

Gewerkschaft kritisiert niedriges Weihnachtsgeld

Wirtschaft
14.11.2013 09:11
Die deutsche Gewerkschaft Verdi hat die Praxis des Versandhändlers Amazon beim Weihnachtsgeld kritisiert. Das Unternehmen zahle nach Streiks und Streikdrohungen zwar erstmals in der Firmengeschichte ein Weihnachtsgeld in Höhe von 400 bis 600 Euro brutto aus, allerdings nur an Versandmitarbeiter und Gruppenleiter, teilte Verdi mit. "Gerecht geht anders", sagte Verdi-Vertreterin Angela Bankert.

Mit dem von der Gewerkschaft seit langem geforderten Versandhandelskollektivvertrag würde jeder Weihnachtsgeld entsprechend seines Entgelts bekommen. Amazon zahlt seine Mitarbeiter jedoch nach Logistiktarifvertrag. Grundsätzlich zeigten aber die jüngsten Streiks der Beschäftigten in Bad Hersfeld und Leipzig in Form des Weihnachtsgelds erste Wirkung.

Gewerkschaft verteilt Informationsflugblätter
Bei einer bundesweiten Aktionswoche informiert die Gewerkschaft derzeit Mitarbeiter an Amazon-Standorten darüber. Am Mittwoch wurden Flugblätter in Koblenz verteilt. Amazon bestätigte die Zahlen zum Weihnachtsgeld für die gewerblichen Mitarbeiter. Für kaufmännische Mitarbeiter gebe es eine separate Vergütungsstruktur, teilte das Unternehmen mit.

Insgesamt beschäftigt der Versandriese in Deutschland nach eigenen Angaben mehr als 9.000 fest angestellte Mitarbeiter an neun Standorten. In den kommenden drei Jahren sollten 1.000 zusätzliche unbefristete Stellen in einem neuen Logistikzentrum im brandenburgischen Brieselang bei Berlin geschaffen werden.

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