Glastüren im Wohnbereich sind nicht nur für Kinder und ältere Menschen gefährlich. Die Gefahr, sich zu verletzen, wird offenbar unterschätzt. „In den vergangenen drei Jahren verletzten sich jährlich rund 1.400 Menschen zu Hause beim Sturz durch eine Glastür so schwer, dass sie ins Spital mussten“, erläutert Dr. Othmar Thann vom Institut Sicher Leben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Leider gibt es auch immer wieder Todesfälle zu beklagen. So etwa verblutete im Mai 2005 eine 53-jährige Niederösterreicherin nach einem tragischen Glastürsturz. Dabei sind Unfälle mit einfachen Maßnahmen zu verhindern. „Die verbindliche Verwendung von Sicherheitsglas bei Türen in Wohnräumen soll bundesweit in den Bauordnungen geregelt werden“, fordert Thann.
39 Prozent der Verletzten waren Kinder unter 15 Jahren
Rund 1.400 Personen jährlich verletzen sich beim Sturz durch eine Glastür in den eigenen vier Wänden krankenhausreif. Rund 500 davon waren Kinder unter 15 Jahren (39%). Die am häufigsten verletzten Körperteile: Arme und Hände (72%), gefolgt von Beinen und Füßen (13%). 29 Prozent aller Patienten, die sich nach ihrem Unfall im Krankenhaus verarzten ließen, mussten stationär aufgenommen werden. Typischer Unfallhergang: Kinder stürzen beim Laufen oder Toben gegen die Türe. Erwachsene stolpern über Teppichfalten oder herumliegende Dinge bzw. rutschen aus und fallen in die Glastür. Ältere Menschen verlieren aufgrund von Müdigkeit oder Schwindel leicht das Gleichgewicht und stürzen durch die Tür.
Sicherheitsglas in allen Wohnräumen
Die Gefahr von Glastüren ist leicht zu entschärfen – am besten durch die Verwendung von Sicherheitsglas. Die Bauordnungen der Bundesländer zeigen unterschiedliche Reglementierungen in Bezug auf die Verwendung von Glas in Wohnräumen. Die meisten davon sind sehr vage und formulieren keine konkreten Anordnungen. „In Anbetracht der Unfallzahlen sollte der Einsatz von Sicherheitsglas bei Glastüren bundesweit in allen Wohnungen und Wohnhäusern vorgeschrieben sein“, fordert Thann. „Eine dementsprechende Regelung sollte in den Bauordnungen vermerkt werden.“ Dadurch könnten viele Verletzte vermieden werden. In Haushalten mit Kindern sind Glastüren generell nicht empfehlenswert. Rund 500 Kinder unter 15 Jahren jährlich fallen beim Spielen, Laufen oder Toben durch eine Glastür in den eigenen vier Wänden und ziehen sich schwere Schnittwunden zu. Übrigens: Im Gegensatz zum Wohnbereich ist Sicherheitsglas in öffentlich zugänglichen Gebäuden wie Schulen, Restaurants oder Kinos in allen Bundesländern zwingend vorgeschrieben.
Splitterschutzfolien als Alternative zum Sicherheitsglas
Neben dem Einsatz von Sicherheitsglas ist die Verwendung von Splitterschutzfolien eine andere Möglichkeit, Glastüren sicherer zu machen. Einfach zu montieren, bieten Folien nicht nur Schutz vor spitzen Glasscherben, sondern darüber hinaus auch vor Einbrechern.
Gefährliche Glasmöbel?
Bei Glasmöbeln wie Tischen oder Vitrinen ist die Gefahr weit weniger groß als bei Glastüren. Die Unfallzahlen belegen, dass sich hier deutlich weniger Menschen verletzen: Jährlich ziehen sich etwa 500 Personen Verletzungen an Glastisch, Glasvitrine oder Bilderrahmen zu, meist sind es aber – im Gegensatz zu Glastür-Stürzen – nur kleine Schnittwunden. Die meisten Möbel werden heute außerdem bereits aus Sicherheitsglas hergestellt. Wer sichergehen möchte, fragt am besten im Geschäft nach. Glasmöbel, die der ÖNORM EN 14072 entsprechen, bieten jedenfalls die nötigen Sicherheitsstandards.










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