Für Nostalgiker

Vorsicht, es geht ab hier: “DuckTales Remastered”

Spiele
14.08.2013 16:54
23 Jahre ist es bereits her, dass "DuckTales" auf NES und GameBoy für strahlende Kinderaugen sorgte - nun hat Entwickler WayForward das Jump'n'Run als "Remastered"-Downloadversion neu aufgelegt. Warum das bei älteren Semestern für nostalgische Glücksgefühle sorgen, alle anderen aber kaltlassen könnte, klärt unser Test.

Kaum erklingen die ersten Töne der Titelmusik auf dem Startbildschirm von "DuckTales Remastered", fühlt man sich in seine Kindheit zurückversetzt - wenn man denn 1990 schon alt genug war, auf NES oder GameBoy zu zocken. Das Spiel war nicht für eine ausgeklügelte Story oder nie dagewesene Mechaniken berühmt, sondern vor allem für seine perfekte Steuerung und die Musik mit Ohrwurmqualität.

Dazu kamen fünf unterschiedliche Levels - afrikanische Minen, der Amazonas, der Himalaya, Transylvanien und der Mond - (sowie ein finales Gebiet) mit diversen Gegnern und Hüpfeinlagen. Nicht zu vergessen natürlich auch die zahlreichen Geheimgänge und versteckten Edelsteine, die es in Gestalt von Dagobert Duck zu entdecken galt. Ziel war es, in jedem Level einen Schatz zu bergen, um den Geldspeicher der reichsten Ente der Welt auszuschmücken.

Aufatmen für Fans: Alles beim Alten
Das Spiel ist offenbar nicht nur uns lebhaft in Erinnerung geblieben: Publisher Capcom hat mit WayForward ein Team gefunden, das den Titel mit viel Respekt und Liebe zum Original ins 21. Jahrhundert befördert hat. Bis auf die Grafik und eine neu dazugekommene Hintergrundgeschichte hat sich nämlich kaum etwas geändert an "DuckTales": Es warten dieselben Charaktere und Gegner, die gleichen Levels, ja sogar deren Aufbau wurde großteils beibehalten.

Das freut natürlich Nostalgiker - wer schon als Kind begeistert "DuckTales" zockte, der wird viel Spaß daran haben, das Spiel mit neuer HD-Grafik noch einmal zu erkunden und zu versuchen, sich an alle Geheimgänge zu erinnern. Als Sahnehäubchen zur meist gelungenen Grafik-Neuinterpretation ist die Geschichte zwar nicht sonderlich spannend oder überraschend, aber unterhaltsam und voller witziger Dialoge. Sie gibt der Schatzjagd neue Facetten, was dem Spiel gut zu Gesicht steht.

Kurz und teils frustrierend
Wer "DuckTales" damals weniger abgewinnen konnte oder es noch nicht kennt, dürfte sich dagegen über nostalgische Freudenausbrüche wundern. Schließlich ist "DuckTales Remastered" sehr kurz - in wenigen Stunden können halbwegs Geübte den Abspann erleben. Das gilt allerdings nur, wenn man den leichten Schwierigkeitsgrad wählt - ansonsten muss der Spieler beim Bildschirmtod den Level nämlich von vorn beginnen. Und wem die Leben ausgehen, der muss gleich ganz am Anfang starten.

Wer also weder sich noch anderen etwas zu beweisen hat und Frust vermeiden möchte, dem sei hiermit der leichte Modus ans Herz gelegt. So fühlt sich etwa der Bosskampf gegen Dracula wesentlich schwerer an als jener im originalen "DuckTales". Das liegt an der Steuerung: Die ist beinahe ebenso genau wie jene des Originals, was heutzutage fast schon ungewohnt ist - man muss Gegner eben exakt treffen, um nicht selbst Schaden zu nehmen.

Wenig Abwechslung
Auch die Level an sich wirken heute fast ein wenig angestaubt. Bis auf wenige Auflockerungen wie Lorenfahrten oder eine kurze Auseinandersetzung in luftiger Höhe, gibt es kaum Abwechslung im Jump'n'Run. Dazu kommen die sehr einfach aufgebauten Levels, die ein paar Rätsel neben den gelegentlichen Geheimgängen hätten vertragen können.

Immerhin gibt's nun neben der Hintergrundgeschichte kleine Extras: Der Spieler kann in Dagoberts Geldspeicher abtauchen und im angeschlossenen Büro Zeichnungen vom Entstehungsprozess des Games freischalten. Das dürfte zwar nur Hardcore-Fans begeistern, zeigt aber die Lieber der Macher zum Projekt.

Gelungene Grafik, toller Sound
Moderner als die Level wirkt die Grafik: Da einer der Zeichner der Original-Serie mitgewirkt hat, sind die Figuren äußerst nett anzusehen. Dazu kommen abwechslungsreiche Levels und hübsche Animationen - etwa, wenn Dagobert dummerweise von einer fleischfressenden Pflanze angeknabbert wird und diese mit seinem Stock verhaut.

Lob gibt's auch für den Sound: Die unter Fans legendären Musikstücke wurden vorsichtig modernisiert, sind aber jederzeit eindeutig zu erkennen. Dazu kommen perfekt nachempfundene Soundeffekte, etwa das Geräusch des berühmten Gehstocks von Dagobert Duck, wenn er damit Steine verschießt, Gegner verklopft oder ihn als Pogostock-Ersatz zum Herumhüpfen nützt. Dazu gibt's eine Sprachausgabe mit den englischen Originalsprechern (und deutschen Untertiteln), die ebenfalls für gute Laune sorgen.

Fazit: Wer "DuckTales" als Kind geliebt hat, wird auch an "DuckTales Remastered" seine helle Freude haben. Das Spiel wurde behutsam in die Neuzeit übersetzt, Grafik und Sound überzeugen auf ganzer Linie. Dazu kommt eine neue Hintergrundgeschichte mit witzigen Dialogen und frischen Einfällen. Das Game ist allerdings auch ziemlich kurz, spieltechnisch wenig abwechslungsreich und teils frustrierend - ob das gute 14 Euro wert ist, muss jeder für sich entscheiden.

Plattform: PC (getestet), PS3, Wii U, Xbox 360 (ab 11. September)
Publisher: Capcom
krone.at-Wertung: 8/10

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