05.08.2013 10:12 |

Neue US-Studie

Gamer entscheiden schneller, sind aber impulsiver

US-Wissenschaftler haben in einer neuen Studie zu Computerspielen eine interessante Entdeckung gemacht und erstmals sowohl positive als auch negative Auswirkungen durch das Spielen schneller Actionspiele in einer einzelnen Studie nachgewiesen. Demnach werden Gamer durch ihr Hobby darauf trainiert, Situationen schnell zu analysieren und entsprechend zu reagieren. Der Nachteil: Diese Fähigkeit geht offenbar zulasten der Selbstkontrolle. Actionspieler reagieren schneller aggressiv.

Schnelle Actionspiele wie "Unreal Tournament" verbessern Reaktionsgeschwindigkeit und räumliches Denken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des US-Forschers Craig Anderson von der Iowa State University, berichtet der britische "Telegraph". Allerdings werden diese Verbesserungen erkauft, indem sie die proaktive Handlungskontrolle der Spieler verschlechtern. Wer Action-Games spielt, reagiert demnach impulsiver und geht schneller "an die Decke".

Schnelle Actionspiele können also der Selbstbeherrschung schaden. Dabei sei dieser Effekt unabhängig davon, ob das Spiel viel Gewalt zeige oder nicht. "Wir glauben, dass jedes Spiel, das eine ähnliche Art schneller Reaktion wie Ego-Shooter erfordert, ähnliche Effekte bei der proaktiven Handlungskontrolle nach sich zieht", so Anderson. Getestet wurde das allerdings noch nicht.

Studie zeigt: Actionspieler impulsiver
Durchgeführt wurde die Studie an Probanden, die in drei Gruppen eingeteilt wurden. Die erste Gruppe spielte dabei den Shooter "Unreal Tournament", die zweite Gruppe "Die Sims 2", und Versuchsgruppe drei spielte gar keine Computerspiele. Anschließend wurden alle Gruppen sowohl auf ihre Reaktionsgeschwindigkeit, als auch auf ihre Selbstbeherrschung hin getestet. Das Ergebnis: Wer "Sims 2" oder gar nichts spielte, reagierte langsamer, aber bedachter. Actionspieler hingegen zeigten schnelle Reaktionen, waren aber auch impulsiver. Sie handelten eher im Affekt.

Impulsive Aggression sei aggressives Verhalten, das automatisch oder beinahe automatisch auftritt, ohne dass zuvor bedacht werde, ob es verhältnismäßig sei, so Anderson. Allerdings sei es nicht unbedingt nur die Folge von Actionspielen, sondern könne ebenso durch Film und Fernsehen ausgelöst werden. Die meisten Bildschirmmedien seien schnell und trainieren das Hirn deshalb darauf, schnell auf die sich ändernden Bilder und Geräusche zu reagieren. "Was diese schnellen Medien nicht trainieren, ist das Blockieren einer beinahe automatischen ersten Reaktion", warnt der Forscher.

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