29.07.2013 18:43 |

Juwelen gestohlen

100-Millionen-Rekordbeute bei Coup in Cannes

Vieles erinnert an Alfred Hitchcocks "Über den Dächern von Nizza": Juwelen, vermummter Täter, keine Gewalt, ein Luxushotel an der französischen Mittelmeerküste. Doch beim Diamantencoup in Cannes spielen nicht Cary Grant oder Grace Kelly die Hauptrollen. "Die Katze" ist aber auch diesmal noch unbekannt. Nur über die Beute ist seit Montag etwas gewiss: ihr Rekordwert. Mehr als 100 Millionen Euro sollen die Juwelen kosten, die der Täter in Cannes einsackte.

Der Tatort ist eine der luxuriösesten Adressen an der französischen Mittelmeerküste: Das "Carlton" in Cannes zählt zu den ersten Häusern an der Croisette. Zum Filmfest geben sich hier Stars und Sternchen die Klinken der noblen Suiten in die Hand. Hier drehte Hitchcock auch Teile seines berühmten Films.

Der Räuber stieg am Sonntag um die Mittagszeit in einen Seitenflügel des "Carlton" ein. Dort logiert gerade der israelische Juwelier und Milliardär Lev Leviev. In angemieteten Räumen zeigt er eine Ausstellung außergewöhnlicher Edelsteine. Eigens angeheuert hat er laut Staatsanwaltschaft auch Sicherheitsleute für die Preziosen. Allerdings wird die Zahl mit nur "drei oder vier" angegeben.

Eigentlich sollte die am 20. Juli eröffnete Schau von Diamantenmogul Leviev bis zum 30. August gezeigt werden. Doch wichtige Ausstellungsstücke sind nun nicht mehr da: Der Täter soll alles in einen Koffer gerafft haben, was er kriegen konnte. Schnell war er wieder verschwunden. Hinweise auf den Räuber gibt es keine.

Schaden auf Rekordniveau
Bei ersten Schätzungen war die Polizei zunächst noch von einem Wert der Juwelen in Höhe von 40 Millionen Euro ausgegangen. Mit dem nun ermittelten Schaden von mehr als 100 Millionen Euro liegt der Raub von Cannes auf Rekordniveau. Einen solchen Schaden gab es bisher nur 2003 beim Einbruch in das Diamond Center in Antwerpen. Allerdings waren damals auch Wertpapiere Teil der Beute. Einen reinen Juwelencoup mit einer Beute im Wert von 100 Millionen Euro gab es noch nicht.

Erst vor wenigen Monaten stand Cannes nach einem Schmuckdiebstahl in wenig willkommenem Rampenlicht. Während des Filmfestivals waren Preziosen des Luxusjuweliers Chopard aus einem Hotelsafe gestohlen worden. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Wert von rund einer Million Euro, Chopard selbst bezeichnete die Zahl als zu hoch. Kurz darauf verschwand aus einem Nobelhotel in der Nähe von Cannes ein Diamantencollier des Schweizer Juweliers De Grisogono im Wert von fast zwei Millionen Euro.

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