„Enzo war ein erbarmungswürdiges Häufchen Elend und wir mussten ihm dringend helfen.“ So schildert Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler, was sie sich dachte, als sie den kranken und vernachlässigten Schäferhund das erste Mal sah. Ein Tierdrama, das nicht sein müsste.
Eine aufmerksame Tierfreundin hatte in Braunau einen Mann mit einem sehr dünnen, hinkenden Schäferhund voller Hautekzeme und kaum Fell angesprochen, dass dieser dringend zu einem Tierarzt muss. Dieser hat jedoch nur erwidert, dass sie ihn in Ruhe lassen soll. Sie ist ihm bis zum Auto gefolgt und hat den Hund und das Kennzeichen fotografiert, berichtet dei Pfotenhilfe.
Trotzdem im Stich gelassen
Die vom Verein Pfotenhilfe alarmierte Tierschutzbehörde hat daraufhin Auflagen zur dringenden medizinischen Behandlung des Schäferhundes namens Enzo gemacht. Allerdings habe der Halter den Rüden trotz Schmerzen weiter im Stich gelassen, so die Tierschützer. Er wurde deshalb behördlich aufgefordert, den siebenjährigen Schäferrüden sofort an den Tierschutzhof Pfotenhilfe abzugeben. Nach kurzem Widerstand konnte Enzo dann unter behördlicher Aufsicht vor Ort übernommen werden.
„Sehr abgemagert und geschwächt“
Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler hatte Tränen in den Augen, als Enzo ankam: „Er war neben dem massiven Fellverlust schon sehr abgemagert und geschwächt. Seine stark entzündete Haut juckte so sehr, dass er sich ständig kratzte. Enzo war ein erbarmungswürdiges Häufchen Elend und wir mussten ihm dringend helfen.“ Der Tierarzt stellte fest, dass es sich um die schmerzhafte, entzündliche Hauterkrankung Demodikose handelt, die durch Milben verursacht wird.
Enzos Fell sprießt bereits wieder und er sieht schon deutlich besser aus. Aber mir ist unbegreiflich, wie man ein Familienmitglied über lange Zeit derart leiden lassen kann. Und ich verstehe auch nicht, warum das niemand schon früher angezeigt hat!
Tierschützerin Johanna Stadler
Enzo muss regelmäßig mit Milbenmittel behandelt und Spezialshampoo gewaschen werden. Mit energiereichem Futter versuchen die Tierpfleger sein Gewicht langsam zu erhöhen. Der Schäferhund leidet zuchtbedingt auch unter starker Arthrose und wird dagegen ständig behandelt.
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