Weg in die Anarchie. Die Faschingshochburg als Trauer-Stadt: Nach dem schrecklichen Messerattentat eines Syrers in der Villacher Innenstadt am vergangenen Samstag wurde dort gestern Abend mit einem Trauermarsch der Opfer – darunter ein getöteter 14-jähriger Schüler aus der Stadt – gedacht. Auch die Politik war stark vertreten. Das ist gut. Noch viel wichtiger wird aber sein, dass die Politik jetzt ein starkes Zeichen gegen den radikalen Islam setzt. Anzeichen dafür gibt es: Aus Kärnten etwa kommen klare Forderungen von SPÖ-Landeshauptmann Peter Kaiser und seinem ÖVP-Koalitionspartner, Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber: Sie setzen sich für eine Aufstockung der Exekutive, die Stärkung der Nachrichtendienste und ein strenges Vorgehen gegen hetzerische Plattformen ein, das kann bis zu einem Verbot von TikTok gehen. Kaiser fordert von allen Social-Media-Betreibern, dass sie ihre Inhalte nach demokratiefeindlichen Inhalten durchforsten müssen. Gemünzt auf Trump-Freund und X-Eigner Elon Musk, der vehement gegen Inhaltsüberprüfungen eintritt, wettert Kaiser: „Wenn es keine Kontrolle mehr gibt, ist das der Weg in die Anarchie.“
„Glaubwürdig, nahbar“. Anarchische Zustände in unterschiedlichster Ausprägung werden neuerdings immer öfter geortet. In der Politik ganz besonders. Keiner kann mehr mit dem anderen, auch wenn man selbst keine absolute Mehrheit hat. Das erleben wir seit vielen Monaten in unserer Bundespolitik. Aktuell sind auch Blicke ins Nachbarland Deutschland, das ja am kommenden Sonntag den Bundestag neu wählt, lehrreich. Interessant etwa, was nach der großen TV-Diskussion der Spitzenkandidaten in dieser Woche zu hören und lesen ist. Da schreibt etwa die Beziehungsexpertin und -beraterin Christine Steinleitner: „Beziehungskompetenz in der Politik bedeutet, sich nicht nur als Entscheidungsträger, sondern als verlässlicher Ansprechpartner zu zeigen.“ Und sie fügt noch hinzu: „Wer Vertrauen gewinnen will, muss glaubwürdig, nahbar und konsequent sein.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen - außer, dass diese Diagnose und Handlungsempfehlung 1:1 auch für Österreich gerade dieser Tage gilt.
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