03.11.2005 18:20 |

Re: Piece by Piece

Katie Melua im Krone.at-Interview

Irgendwie hat sie uns mit ihrem Album „Piece by Piece“ doch neugierig gemacht: Die charmante Katie Melua sagte zu Halloween „Hallo Wien“ und schenkte uns nach einem exklusiven Konzert ein spannendes Interview. Grund genug, sich noch einmal mit dieser außergewöhnlichen Musikerin zu beschäftigen!

Katie Melua gibt ein kleines Promo-Konzert im Wiener Reigen. Da müssen wir hin, und am besten unterhalten wir uns gleich mit ihr, immerhin hat man sich ja zuvor schon für etliche Stunden ihre Musik angehört, und kennt sich aus: Ihr zweites Album "Piece By Piece" bringt prickelnd kühlen Wind in den Gehörgang. Etwas rauchig, etwas zaghaft - manchmal nur ein gehauchter Strich über der Melodie; dann wieder, wie aus dem Nichts erstärkt, kraftvoll und dominant. Alltagstaugliche Bluesrhythmen und gefühlsstarke Songs, wenn sie sie selbst schreibt – das sind Katies Markenzeichen.

Um Punkt 20:00 Uhr tritt dann eine zierliche Frau auf die Bühne, bewaffnet mit nichts, außer einer Gitarre und fängt an. Was auf der CD vor knapp drei Wochen noch durchschnittlich gewirkt hat, zischt jetzt von der Bühne herunter wie ein Feuerwerk. Die Frau hat’s live einfach drauf!

Und auch nach der intimen Show, bei der wirklich allen Anwesenden der Unterkiefer hilflos gen Erdboden entfloh, gibt sich Katie Melua offenherzig und plauderfreudig. Was sie von Wien hält? Tolle Gebäude, verführerische Sachertorten. Katie hat uns auf der Bühne einen tiefen Einblick gewährt: Sie ist gerade einmal 21 und hat viel erlebt, seit sie mit acht Jahren von ihrer Heimat Georgien nach Nordirland umzog. Mittlerweile nennt sie London ihr Heim, vom Leben davor hat sie vieles in ihre Songs verpackt.

Gewalt hat sie in Georgien, aber noch mehr in Nordirland miterlebt. Es kommt allerdings dazu, dass Katie „die Menschen dort aber als sehr warme und liebevolle Leute erlebt“ hat. Diese Zwiespältigkeit lieferte einigen Stoff für packende Songs auf ihrem Album „Piece by Piece“.

Ganz allein ist sie dort aber nicht vertreten. Vier Songs hat ihr Co-Writer Mike Batt geschrieben, aber auch dafür hat Katie eine Erklärung: „Mike schreibt schon seit Jahrzehnten Lieder. Er hat mich ‚entdeckt’. Indem ich seine Songs singe, kann ich auch für meine Art Lieder zu schreiben etwas dazu lernen.“ Für ein gänzlich selbst geschriebenes Album fühle sie sich noch nicht ganz bereit. Dazu mag man jetzt stehen wie man will…

Was sie anzipft – zumindest hat es so den Anschein – sind allzu plakative Vergleiche mit grob ähnlichen Künstlerinnen wie Norah Jones. „Ich nehme so etwas dann immer als Kompliment auf. Ich mag Norah Jones, aber ich denke nicht, dass unsere Musik jetzt so viel gemeinsam hat – zumindest außerhalb der Medien.“

Bei ihren Liedern geht Katie Melua gern in tiefe Regionen. Was bei anderen wie geplante Gefühlsduselei wirkt, macht Katies Musik erst richtig aus. Einzig bei dem etwas delikateren Song „Halfway up the Hindu Kush“ streitet sie jeden Sex-Appeal ab, obwohl sie natürlich ganz genau weiß, wie’s wirkt: „Jeder darf den Song so interpretieren wie er will – so lang man’s nicht auf mein Privatleben bezieht.“

Gut, dann halten wir dich da raus. Von einem Gefühl kann man aber nie ganz abweichen: Sie hat eine aufregende Portion Sex-Appeal in der Stimme - bei weitem nicht zu schwer, aber sehr erotisch und konsequent anders als die langweiligen Popsternchen. Und von dieser Stimme wird man in Bälde noch so einiges hören…

In der Linkbox findest du das komplette Interview mit Katie Melua.


Von Christoph Andert

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