Machtwechsel in AUS

Premierministerin nach Parteirevolte zurückgetreten

Ausland
27.06.2013 08:21
Australien hat nach einer Revolte in der regierenden Labor-Partei einen neuen Regierungschef: Julia Gillard (Bild) trat am Donnerstag nach dem für sie negativen Ausgang bei einer parteiinternen Vertrauensabstimmung zurück. Ihr Amtsvorgänger Kevin Rudd (Bild 2) wurde als neuer Premier vereidigt.

Bei der Abstimmung am Mittwoch hatten 57 Abgeordnete von Gillards Labor-Partei für Rudd und nur 45 für die erste weibliche Regierungschefin des Landes gestimmt. Die Erzrivalen hatten zuvor angekündigt, sich im Falle einer Niederlage aus der Politik zurückziehen zu wollen.

Popularitätswerte vor Wahl im Keller
In der Labor-Partei war zuletzt die Kritik an Gillard immer größer geworden, während Rudd eine hohe Popularität genießt. Aber auch innerhalb der Bevölkerung erreichte die Zustimmung zu Gillards Politik ein Rekordtief - keine guten Aussichten für die bevorstehende Parlamentswahl am 14. September, die nun unter den gegebenen Umständen auch vorgezogen werden könnte.

Dabei werden dem ebenfalls nicht unumstrittenen Oppositionsführer Tony Abbott beste Siegchancen eingeräumt. Nach jüngsten Umfragen könnte die Labor-Partei die Hälfte ihrer 71 Sitze verlieren.

Gillard verdankte ihr Amt selbst einer Parteirevolte
Gillard hatte Rudd selbst 2010 in einer Revolte nach nur zwei Jahren im Amt gestürzt. Er machte zunächst gute Miene zum bösen Spiel und diente als Außenminister. Doch diese "Zwangsehe" dauerte nur 20 Monate: Im Februar 2012 forderte Rudd Gillard im Kampf um den Parteivorsitz heraus, scheiterte aber mit 31 zu 71 Stimmen. Gillard entließ Rudd daraufhin.

Vertrauensabstimmung im März noch ohne Gegenkandidat
Wegen parteiinterner Kritik an ihren Führungsqualitäten stellte sich Gillard zuletzt im März überraschend einer Vertrauensabstimmung. Die Abgeordneten ihrer Partei bestätigten sie damals im Amt, einen Gegenkandidaten gab es nicht. Ihr Amtsvorgänger Rudd weigerte sich damals noch, gegen die Parteichefin anzutreten. Seinerzeit verwies er auf seine Zusage, sich nach seiner Ablösung 2010 nicht erneut gegen sie zu stellen.

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