425 Meter auf Seil
Hochseilartist Nik Wallenda überquert Grand Canyon
Auf einem fünf Zentimeter dicken Drahtseil überquerte der Hochseilartist eine Seitenschlucht des berühmten US-Naturwunders. Starke Winde hätten ihm zu schaffen gemacht, sagte der Extrem-Akrobat nach dem spektakulären Lauf.
Der tiefgläubige Familienvater sprach bei der Überquerung pausenlos Gebete. Mit seinem Vater war er über ein Mikrofon verbunden. Am Körper trug er Kameras, die Bilder von der tiefen Schlucht zeigten. Der erste Blick in den Abgrund war "atemberaubend", sagte er später auf festem Grund.
Zwei Stopps, um Seilschwankungen auszugleichen
Wallenda zeigte sich beeindruckt von den Böen, die nach seinen Worten bis zu 56 Stundenkilometer erreichten. Zweimal hielt er auf dem Seil an und kniete kurz nieder, um auf diese Weise stärkere Schwankungen des Seils auszugleichen. Nach den ursprünglichen Planungen wollte Wallenda unterwegs live Fragen von Journalisten beantworten. Das unterblieb jedoch angesichts der starken Windböen.
Nach einem gleichmäßigen, konzentrierten Balanceakt legte Wallenda die letzten Meter in schnellen Schritten zurück. Am Ziel angekommen, fiel er zu Boden und küsste die Erde. Wallenda wurde von seiner Frau, die ebenfalls Artistin ist, sowie den drei gemeinsamen Kinder im Alter zwischen neun und 15 Jahren im Empfang genommen.
TV-Spektakel rund um "Flying Wallenda"
Das Spektakel auf dem Gelände eines Navajo-Indianerreservats im US-Staat Arizona wurde vom Discovery Network live in viele Länder übertragen. Der in Florida lebende Akrobat, der zur siebten Generation der Artistenfamilie "Flying Wallendas" gehört, wollte mit dem riskanten Lauf seinen Urgroßvater Karl Wallenda ehren. Der gebürtige Deutsche aus Magdeburg war 1978 im Alter von 73 Jahren in Puerto Rico von einem Hochseil zu Tode gestürzt.
Der Urenkel hat vor seinem Grand-Canyon-Stunt bereits sieben Weltrekorde aufgestellt, darunter den längsten Lauf über einen Wasserfall: Im Juni 2012 überquerte er die US-kanadischen Niagarafälle an ihrer gefährlichsten Stelle (siehe Infobox). Damals war er allerdings durch einem Gurt gesichert - der übertragende Sender ABC hatte darauf gepocht.
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