Volleyball-Legionär Philipp Kroiss aus Enns begleiteten trotz einer Fabel-Karriere mit 173 Länderspielen und Stationen in Frankreich oder Rumänien stets enorme Zweifel. Zumal er mit dem Gang zum Mentaltrainer früher als Weichei abgestempelt worden wäre. Nun will er anderen Sportlern helfen!
Seine Karriere klingt wie aus dem Märchenbuch. In 20 Profi-Jahren bestritt er 173 Volleyball-Länderspiele und war bei Spitzenteams in Frankreich, Rumänien, Schweiz oder Belgien unter Vertrag: Philipp Kroiss aus Enns! Trotzdem sagt der 36-jährige Libero, der aktuell in Frankreichs zweiter Liga spielt und morgen den drittplatzierten Martigues fordert, über seine beeindruckende Vita: „Ich hatte all die Jahre richtige Versagensängste!“
„Alle dachten, ich sei der Fels in der Brandung“
Die gar so weit geführt hatten, dass er vor Spielen kaum schlafen konnte und sich in Matches gewünscht hatte, den Ball nie zu bekommen. Nur dank schauspielerischen Talentes und zusätzlichem Trainingsaufwand konnte er seine innere Unsicherheit überdecken.
Nun ging er damit an die Öffentlichkeit. „Ich bekam in letzter Zeit überraschte Nachrichten, alle dachten, ich sei ein Fels in der Brandung!“ Was nie der Fall war – der Schritt zum Mentaltrainer war in seiner Jugend verpönt, das Talent wäre als Weichei abgestempelt worden.
Aktives Netzwerk auf LinkedIn
„Ich habe daher mit 16 begonnen, mich für mentale Themen zu interessieren und will das anderen weitergeben“, sagt der ehemalige Philosophie-Student, der neben der aktiven Karriere nun als Mentaltrainer fungiert und zudem auf der Business-Plattform LinkedIn seine Expertise kundtut.
Womit der sympathische Oberösterreicher immer mehr Profile anzieht, die seiner mentalen Vergangenheit ähneln. Dazu arbeitet er mit weiblichen und männlichen Super-Talenten aus Österreich zusammen. Seine Zelte hingegen sieht er in Zukunft in Frankreich aufgeschlagen. Nicht zuletzt, da er seit vier Jahren mit seiner französischen Freundin Anäis liiert ist, die der Anker in dessen Sportwelt gespickt mit Versagensängsten ist.
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