Ärger bei Kommission
Russland will Fluggastdaten aus EU-Ländern
Der Sprecher betonte, dass derzeit noch keine Maßnahmen in Kraft seien. Die EU-Kommission - die erst von Fluggesellschaften informiert wurde - stehe in Kontakt mit den russischen Behörden. Russland will von Juli an Fluggesellschaften, die russisches Gebiet überfliegen oder dort landen oder starten, dazu verpflichten, den Behörden in Moskau Daten der Passagiere zu übermitteln. Dabei geht es etwa um Adresse, Kreditkartennummer oder Kontaktdaten am Zielort in Russland.
Vorbild dafür sind die Vereinigten Staaten. Seit Mitte 2012 ist ein entsprechendes Abkommen zwischen den USA und der EU in Kraft (siehe Infobox). Europas Airlines geben für alle Flüge in die USA 19 Daten ihrer Passagiere an US-Behörden weiter. So erhalten amerikanische Polizeifahnder Zugriff auf die Informationen, um diese etwa im Kampf gegen Terroristen oder zur Verfolgung schwerer Verbrechen auszuwerten.
"Keine rechtliche Grundlage für Russlands Vorstoß"
Deutschlands oberster Datenschützer Peter Schaar kritisierte die russische Forderung nach Übermittlung ausführlicher Fluggast-Informationen. Dafür gebe es keine rechtliche Grundlage, betonte Schaar am Montag. "Die Unternehmen kommen dadurch in die prekäre Situation, entweder gegen europäisches oder russisches Recht zu verstoßen."
Bereits vor einem Jahr hatte Russland Interesse bekundet, ebenfalls solche Daten zu erhalten. Das EU-Recht schützt diese Daten aber, somit müsste erst ein Datenschutzabkommen unterzeichnet werden. Das Thema wird auf der Agenda des Gipfeltreffens zwischen der EU und Russland am Montag und Dienstag stehen.







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