Keine Frachtpapiere

1.500 Kleintiere bei Unfall in Ktn auf Autobahn gestürzt

Österreich
01.06.2013 16:59
Als Mäuse- und Rattenfänger mussten sich Feuerwehr und Polizei nach einem Unfall auf der Tauernautobahn bei Gmünd in Kärnten beweisen: Ein mit etwa 1.500 Kleintieren beladener Transporter war am Freitag gegen die Betonleitwand gekracht. Mäuse, Ratten, Hasen, Chinchillas, Hamster und Schildkröten entkamen aus ihren Boxen. Brisantes Detail: Der Transporter war ohne gültige Frachtpapiere unterwegs.

Der holländische Transporter, der sich auf dem Weg zum Tiermarkt im italienischen Longarone befand, war gegen 10.30 Uhr auf Höhe der Auffahrt Gmünd mit einem Auto kollidiert. "Der Kleinlaster krachte gegen die Betonleitwand, auf der er dann hängen geblieben ist. Die Bordwände des Fahrzeuges wurden komplett zerstört", erzählte Daniel Oberwandling von der Feuerwehr Gmünd.

"Die Schlangen waren zum Glück in Säcken verpackt"
Die Ladung - verschiedene Kleintiere - wurde auf die Böschung geschleudert. Zahlreiche Transportboxen brachen. Die Polizisten und Feuerwehrleute mussten die Wüstenspringmäuse, Hasen, Igel, Ratten und andere Kleintiere einfangen. "Der Kleintransporter hatte auch einige Baby-Pythons geladen. Die Schlangen waren aber zum Glück in Säcken verpackt", so der Gruppenkommandant.

Neben den Lebendtieren mussten auch gefrorene Futtertiere eingesammelt werden. Die Feuerwehr stand mit 34 Mann im Einsatz. Die Tiere wurden auf Anordnung von Amtstierärztin Melitta Krischan in das Tierschutzkompetenzzentrum (Tiko) nach Klagenfurt gebracht.

Freiwillige helfen bei Versorgung der Kleintiere
Dort zeigte man sich am Samstag empört: Keines der Tiere habe Papiere, es gebe nicht einmal eine Packliste. Alexander Zussi vom Tiko: "Bis die Legalität des Transports geklärt ist, bleiben die Tiere bei uns. Alle Mitarbeiter sind im Dienst, auch Freiwillige helfen bei der Versorgung."

Tierfreunde hatten schon am Freitagabend an der Unfallstelle bei der Suche geholfen - und zum Glück fast alle gefunden: "Vor allem haben wir sämtliche junge Königspythons entdeckt - von 53 starb nur eine", so Zussi. Viele Tiere mussten verarztet, einige sogar operiert werden.

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