Größer als Indien?
Franzose erforscht “Müll-Kontinent” mitten im Pazifik
Im Jahr 2009 war es, als Deixonne zufällig bei einer Rudertour auf den "siebenten Kontinent" stieß. "Ich sah plötzlich all diesen Plastikmüll um mich herum. Ich habe mich gefragt: Wohin treibt das nur alles?" Zurück an Land begann der 48-Jährige nachzuforschen. Die Müllinsel, die erstmals 1997 entdeckt wurde, konzentriert sich an einer Stelle, an der zwei Meeresströmungen aufeinandertreffen. Der dadurch entstandene Wirbel hält die Plastikteile zusammen.
Das Resultat ist eine immer größer werdende Insel aus Plastik im pazifischen Ozean. Doch das Problembewusstsein für den Abfall und seine Auswirkungen auf die Meeresbewohner fehlt, meint Deixonne. Bisher hätten sich nur Wissenschaftler dafür interessiert. Das könne nicht so weitergehen, sagt der Franzose. Der Forscher will das nun ändern, indem er am 20. Mai von den USA aus eine Expedition startet. Mit eigenen Untersuchungen und Bildern will er den "siebenten Kontinent" stärker in die Öffentlichkeit rücken, als dies bisherige Expeditionen vermochten.
Plastikmüll verhindert früheren Start
Beginnen soll die Reise in Südkalifornien. Bis Deixonne den Mittelpunkt der höchsten Abfallkonzentration erreicht, werden sechs bis sieben Tage vergehen. Am Ende soll das verschmutzte Gebiet kartografiert werden. Eigentlich hätte der Wissenschaftler schon vor einem Jahr starten sollen, doch war es gerade der Plastikmüll, der ihm einen Strich durch die Rechnung machte. Noch vor der Abfahrt in Kalifornien hatte ein Plastiksackerl die Wasserpumpe seines Segelschiffs lahmgelegt. Im Golf von Mexiko verfingen sich auch noch Überreste eines Nylon-Fischernetzes in seinem Ruder. Solche Probleme würden in dieser Gegend "immer häufiger" auftreten, meint Deixonne.
Laut deutschem Umweltbundesamt gibt es bis zu 140 Millionen Tonnen Abfall, die in den Meeren der Welt liegen, schwimmen oder an die Küsten treiben. Das Problem für die Forscher besteht darin, dass der Großteil aus Mikro-Überresten von Plastik besteht. Diese schweben unter der Wasseroberfläche und sind deshalb für Satellitenaufnahmen schwer sichtbar.
Deixonne ist überzeugt: Wenn der pazifische Müllteppich nicht aktiv verkleinert wird, dann wird er in den nächsten 20 Jahren auf die Größe Europas anwachsen. "Leider führt der Mangel an Bewusstsein dazu, dass die Öffentlichkeit sich nicht um effiziente Maßnahmen sorgt, um damit umzugehen." Den Menschen sei etwa das Problem der globalen Erwärmung bewusst, "aber bei der Entwicklung dieses 'siebenten Kontinents' ist man noch immer blind".







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