Nach 15 Jahren Pause gibt es wieder einen Österreichischen Jazzpreis: Die rege und ideenreiche Szene soll damit zusätzlich motiviert und in der Öffentlichkeit sichtbar werden. Soeben wurden im Wiener Porgy & Bess die Auszeichnungen verliehen – mit musikalischen Kostproben der Preisträger.
Der damals bestens etablierte Hans Koller Jazzpreis wurde 2009 das letzte Mal verliehen. Nun heißt die Auszeichnung schlicht „Österreichischer Jazzpreis“ und es gibt ihn in drei Kategorien zu gewinnen: Bester Live-Act, Bestes Album und Bester Newcomer.
Der erste Platz ist mit jeweils 10.000 bzw. 5000 Euro vom Kunst- und Kulturministerium finanziert. Das sei auch jedenfalls für 2025 gesichert, wie Noch-Minister Werner Kogler feststellte und appellierte, nicht an der Kultur zu sparen. Kreativität, Freiheit und Gemeinsamkeit sind nicht nur Grundprinzipien in der Musik – und ganz besonders im Jazz – sondern auch in der Gesellschaft. Sie kennzeichnen ganz besonders die Gewinner des Österreichischen Jazzpreises, aber auch die zahlreichen Nominierten dafür.
Best Life-Act
Mit dem Titel Bester Live-Act 2024 wurde also Klarinettist und Multitalent Vincent Pongracz mit seinem Quartett Synesthetic4 ausgezeichnet. Da entstehen aus kollektiv-dumpfen Vibrationen ganz erstaunliche Klangskulpturen, hebt der Sound aus starkem Rhythmus sphärisch ab, setzt Pongracz lautmalerisch-rhythmische Kontrapunkte, vertonen die vier Herren aus dem Stegreif einen absurd-komischen Film, gibt es Nebel und Geruch – und das Universum dehnt sich immer weiter aus.
Best Album
Für ihr aktuelles Projekt „Timeless Warrior“ erhielt Bassistin Beate Wiesinger mit ihrem Septett „Echoboomer“ den Titel Bestes Album und führt mit der bemerkenswerten Verknüpfung von klassischen Streichinstrumenten, Standard-Jazz-Besetzung und Elektronik in neue Gefilde: Stark perkussive Prägung, vokal bekräftigt und dann wieder berührend melodisch dahinfließend, zwischendurch kaleidoskopartig zersplittert und mit wunderbarem Groove.
Newcomerin des Jahres
Als „Newcomerin des Jahres“ wählte die sechsköpfige Jury die 32-jährige Saxophonistin Yvonne Moriel, die mit ihrem Sweetlife Quartett eine inspirierende Reise durch Improvisation, Elektronik, Techno, Ambient und Bebop unternahm: Zart und explosiv, lyrisch suchend und maximal verdichtet.
Der Österreichische Jazzpreis 2025 wird übrigens in Kärnten verliehen und die diesjährigen Preisträger werden im kommenden Jahr an den verschiedensten Schauplätzen in Österreich zu sehen und hören sein. So beispielsweise die Echoboomer am 12. Mai im Wiener Konzerthaus.
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