Alle Augen werden heute in der Merkur-Arena auf Jürgen Säumel gerichtet sein. Der 40-Jährige feiert sein Debüt als Cheftrainer bei Sturm. Das letzte Liebenau-Heimspiel in diesem Jahr ist längst ausverkauft. Ehemalige Mitspieler wissen, wie der Neue tickt und drücken Säumel gegen Klagenfurt die Daumen.
Wenn Jürgen Säumel heute Samstag (17 Uhr) vor ausverkauftem Haus sein Debüt als Cheftrainer bei seinen Schwarzen feiert, hat Christian Ilzer seinen Einstand in Hoffenheim fast hinter sich. Er legt heute (15.30, live auf Sky) daheim gegen RB Leipzig los.
Säumel geht mit einem guten Gefühl ins letzte Heimspiel des Jahres in Liebenau, wo Austria Klagenfurt wartet. „Wir haben eine sehr gute Trainingswoche gehabt, auch wenn ein paar Spieler krank waren und manche Teamspieler spät zurückgekommen sind“, sagt der 40-Jährige.
Mit erfolgreicher Arbeit steigen die Chancen des Obersteirers, dass er länger als bis zur Winterpause als „Chef“ einspringen darf. Doch daran denkt die Klublegende heute nicht. „Ich freue mich einfach, dass wir uns präsentieren können und auf die Stimmung im Stadion. Ich bin ein junger und ehrgeiziger Trainer, möchte so lange wie möglich in der Verantwortung bleiben“, sagt Säumel, der Donnerstag auch schon ein erstes Vieraugengespräch mit Neo-Sportchef Michael Parensen hatte. „Es war sehr positiv, ich habe das Vertrauen gespürt.“
Alle Kameras werden heute selbstredend auf den Interimscoach gerichtet sein, Säumel rückt lieber die Mannschaft in den Mittelpunkt. „Wir haben versucht, sie bestmöglich vorzubereiten. Entscheiden werden das Match aber die Spieler auf dem Platz“, betont der Ilzer-Nachfolger, dessen Eltern bei der Feuertaufe im Stadion sein werden. Hoffentlich als Glücksbringer. „Ich selbst habe derlei nicht“, schmunzelt der ehemalige Mittelfeldstratege.
„War immer Teamplayer“
Viele Wegbegleiter werden dem jüngsten Sturm-Kapitän aller Zeiten bei der großen Premiere fest die Daumen drücken. So auch Klaus Salmutter. Er und Säumel waren während ihrer Sturm-Ära wie unzertrennliche Geschwister. „Es war eine sehr enge Freundschaft, wir waren wie Brüder“, erzählt „Sali“, der den neuen Cheftrainer freilich bestens kennt. „Jürgen war schon immer ein Teamplayer, er hat immer das Gesamte im Blick gehabt. Ich hoffe, er liefert gute Ergebnisse und kann dann weiterarbeiten.“
Das würde sich auch Marko Stankovic wünschen, der mit Säumel bei den Schwarzen 2007/08 zusammenspielte. „Ich bin gespannt, wie Jürgen als Trainer ist, als Spieler war er nie laut. Ich traue ihm jedenfalls sehr viel zu und würde mir wünschen, dass er weiterhin das Vertrauen bekommt. Säumel und Madl sind Steirer, beide ehemalige Sturm-Kapitäne – das wäre quasi ein ’Perfect Match’“, so der nunmehrige Sky-Reporter, der Säumel als Kapitän erlebt hat.
„Er war ein Vorzeigeprofi, hat die Schleife nicht nur spazieren getragen. Wenn er etwas gesagt hat, haben immer alle zugehört. In Italien haben wir einmal gegeneinander gespielt. Vor dem Spiel hat unser Trainer immer die Gegenspieler charakterisiert. Beim Jürgen hat er nur gemeint: Was soll ich sagen, Säumel macht einfach nie einen Fehler.“
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