Jeder Katzenbesitzer kennt die Tücken seiner Samtpfote. Dass man mit vermeintlich sanft schnurrenden Stubentigern nie vor Überraschungen gefeit ist, bewies just eine blinde Katze – und das einer mit dieser vierpfotigen Tierrasse sehr gut vertrauten Person Tierkennerin. Motto: Chance jetzt nutzen, Hauptsache: Ab und weg ins Abenteuer Freiheit. . .
Katzen überraschen immer wieder. Wenn man den wichtigsten Sinn, das Sehen, verloren hat, treten andere in den Vordergrund. Und so geschah es, dass sich der Kater „Kasimir“ in Langenzersdorf den Weg ins Freie bahnen konnte – wie kein Schützling zuvor, schon gar nicht ein blindes Tier.
Dürfte unbemerkt „seine Chance genutzt haben“ . . .
„Er ist pfeilschnell. Ich kann es mir nur so erklären, dass beim Rauslassen der Freigang-Katzen der Schlingel einfach durch sein feines Gehör in der Gruppe gezielt mitgelaufen ist“, berichtet „Katzentant‘“ Ruth Klösch, die im Bezirk Korneuburg einen gleichnamigen Tierschutzverein leitet. Was folgte, glich einer „Fahndung“: Zum Einsatz kamen Wärmebildkameradrohnen, speziell trainierte Spürhunde, zahlreiche Helfer mit Plakataktionen und mehr.
Seit ich das Tierheim führe, entkam niemand. „Kasimir“ ist blitzschnell, war plötzlich weg. Wieder heimgekehrt, stand er gleich wieder vor dem Tor . . .

Bild: zVg
Das simple Ende einer 10-Tage-Fahndung
Aber: Zehn Tage lang war keine Pfoten-Spur von „Kasimir“ zu entdecken. „Als ich suchte, meinten sogar Spaziergänger unaufgefordert: „Frau Klösch, wir haben ihren Kater leider nicht gesehen.“
Zehn Tage später kam das umso schnellere Ende für die lokale Tierberühmtheit: Volksschulkinder haben beim Spielen im Garten „Kasimir“ entdeckt – unverkennbar aufgrund der fehlenden Augen. Ob Katzentant’ oder junge Aufspürer: die Freude war beiderseits groß.
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