Gegen Reformen

Mexiko: Lehrer greifen bei Protest Parteibüros an

Ausland
25.04.2013 07:55
Aus Protest gegen eine Bildungsreform haben am Mittwoch im westmexikanischen Bundesstaat Guerrero Dutzende Lehrer die Büros aller großen Parteien angegriffen (Bilder). In der Stadt Chilpancingo attackierten sie zunächst die regionalen Zentralen der Opposition. Im Fernsehen war zu sehen, wie vermummte Demonstranten die Fenster der Büros der konservativen Partei PAN, der linken Partei PRD und der sogenannten Bürgerbewegung einschlugen und die Wände besprühten.

Später stürmten die erzürnten Pädagogen auch die örtliche Zentrale der Regierungspartei PRI von Präsident Enrique Pena Nieto und steckten Möbel in Brand. Beamte der Bereitschaftspolizei umstellten das örtliche Parlamentsgebäude, gingen allerdings nicht gegen die Randalierer vor.

Lehrerposten sollen künftig nicht mehr vererbt werden
Am Tag zuvor hatte der Kongress des Bundesstaats eine umstrittene Bildungsreform verabschiedet. Sie sieht unter anderem eine regelmäßige Überprüfung der Leistung der Lehrer vor. Zudem sollen die Posten künftig nicht mehr vererbt werden dürfen.

Die Lehrer in der Region protestieren seit Wochen gegen die Gesetzesänderung. Zuletzt blockierten sie mehrfach eine Autobahn zwischen Mexiko-Stadt und Acapulco an der Pazifikküste und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zeitweise hatten sich bewaffnete Bürgerwehren dem Protest der Lehrer angeschlossen.

Universität von Studenten gestürmt
Ebenfalls am Mittwoch stürmten vermummte Studenten die Universität UAM in der Hauptstadt und erklärten sich solidarisch mit ihren Kommilitonen der Hochschule UNAM, die dort seit Samstag den Verwaltungstrakt besetzt halten. Sie fordern unter anderem die Wiederaufnahme von Studenten, die wegen anderer Ausschreitungen exmatrikuliert worden waren.

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