Ein Tiroler Unternehmer (47), der in Corona-Zeiten zweifelhafte Bekanntheit erlangte, soll 315.000 Euro an seine Vereine verschoben haben, anstatt Konkursgläubiger zu befriedigen. Viele Geldflüsse sind aber noch unklar und müssen bei der Prozessfortsetzung geklärt werden.
Das Oberländer Busunternehmen hatte einst wohl floriert. Denn die Flotte des Angeklagten wurde unter anderem durch ein Cessna-Kleinflugzeug und ein Harley-Motorrad ergänzt. Dann kam Corona und der Unternehmer erlangte zweifelhafte Bekanntheit. Er bot im Frühjahr 2021 Busfahrten nach Wien an – zu Demonstrationen gegen die Anti-Covid-Maßnahmen der Regierung.
Demo-Fahrten nach Wien mit gesundheitlichen Folgen?
Weil es dann im Tiroler Heimatort zu einem Corona-Cluster kam, entbrannte eine Debatte, ob sich die unmaskierten und singenden Teilnehmer im Bus angesteckt hatten. Letztlich soll es aber im Umfeld der örtlichen Volksschule zum Cluster gekommen sein.
Hausdurchsuchung und Ermittlungen
Da der 47-Jährige rund um diese Vorgänge kundgetan hatte, er stelle Dokumente zur Maskenbefreiung aus, geriet er ins Visier der Staatsanwaltschaft. Auch Abgabenhinterziehung stand im Raum. Im Sommer 2021 folgten Hausdurchsuchungen, die der Unternehmer als „Einschüchterung und Verleumdung“ kritisierte, man wolle ihn samt seinen Corona-kritischen Vereinen wegen des Einsatzes „für Menschen, Menschlichkeit und Eigenverantwortung“ gefügig machen.
Schaden laut Anklage bei 315.000 Euro
Nach zwischenzeitlicher U-Haft kam es nun zum Prozess wegen Krida und Veruntreuung. Wurde Vermögen der in Konkurs gegangenen Busfirma an die Vereine transferiert und damit die Gläubiger geschädigt? Vorgeworfener Schaden: rund 315.000 Euro.
Beim Vermögenstransfer an die Vereine war noch keine Insolvenz der Firma absehbar.
Der Verteidiger beim Prozess
Verteidiger bestreitet Gläubiger-Schädigung
„Die Vereine wurden doch nicht gegründet, um Gläubiger zu schädigen“, betonte der Verteidiger. Und beim Vermögenstransfer sei noch keine Insolvenz der Firma absehbar gewesen. Als Zweitangeklagte saß die Lebensgefährtin (58) vor Gericht. Beide ließen sich nicht auf ein Frage-Antwort-Spiel ein, verwiesen auf die Ausführungen des Anwalts.
Vor allem um die komplexen Geldflüsse zu klären, wurde der Prozess auf Jänner vertagt.
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