Grund für die Festnahme war Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr. Simandl war Mitte der Vorwoche krankheitsbedingt nicht zu einer Befragung bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft erschienen.
Laut Erich Mayer, dem Sprecher der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, wird in der Affäre um die Burgenländische Erdgasversorgungs-AG, kurz BEGAS, gegen zwölf Beschuldigte ermittelt. Neben Simandl sind auch dessen langjähriger Stellvertreter Reinhard Schweifer, zwei Manager, ein Architekt, ein Bauunternehmer, ein Autohändler, ein Steuerberater und vier Gastronomen im Fokus der Ermittlungen.
14 Millionen Euro Vermögen in Liechtenstein angehäuft
Vorwürfe gegen Simandl gibt es seit einem Jahr. Unter anderem, weil er in Liechtenstein Ende 2011 ein Vermögen von 14 Millionen Euro angehäuft hatte, dessen Entstehen Simandl selber auf "Veranlagungserfolge" mit Gold zurückführt. Davon soll aber nur mehr ein Teil vorhanden sein.
Bei dem burgenländischen Autohändler soll der Verdacht des Betruges und des schweren Betruges vorliegen. Simandl soll von dem Händler einen Pkw im Wert von rund 40.000 Euro zur Privatbenutzung erhalten haben. Bezahlt wurde vom Ex-BEGAS-Chef jedoch nicht mit Geld - sondern in Form von Gas-Gutscheinen.
Restaurant-Gutscheine ausgestellt
Grund für die Ermittlungen gegen die vier Gastronomen und den Steuerberater sei der Verdacht der Beteiligung an der Untreue, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Die Gastronomen sollen Simandl Restaurant-Gutscheine ausgestellt haben, die er dann privat konsumiert habe. Die Rechnungen sollen aber mit erfundenen Rechnungstexten an die BEGAS gegangen und vom Gasversorger auch bezahlt worden sein.
Simandl war bereits kurz nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe im April des Vorjahres entlassen worden.
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