Aufarbeiten, reparieren und analysieren steht nach dem Hochwasser nun in St. Pölten im Vordergrund. Neben der Installierung einer eigenen Taskforce im Rathaus gibt es auch Forderungen an Bund, Land – und an die Bauern...
Wir wissen, dass wir Hochwasserereignisse wie heuer wieder erleben müssen“, ist sich St. Pöltens Baudirektor Wolfgang Lengauer bewusst. Daher wird im Rathaus mit Hochdruck an der Analyse und der Weiterentwicklung des Hochwasserschutzes gearbeitet. Dazu wurden in der Baudirektion die Kompetenzen in Form einer Taskforce gebündelt.
Drei Jahre dauert Sanierung
In Kürze sollen mehr als ein Dutzend Einzelprojekte präsentieren werden. Unterstützt wird man dabei von Flussbauexperten der Firma „DonauConsult“, die zudem mehr als 100 Schäden des Hochwasserschutzes an der Traisen untersuchten. Ihr Fazit: Die Sanierung wird mindestens drei Jahre dauern.
Neben der Reparatur wird auch am weiteren Ausbau des Flutschutzes gearbeitet. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel unternommen, aber gerade jetzt brauchen wir mehr finanzielle Mittel“, fordert Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) Hilfe von Bund und Land, um bereits geplante Projekte wie die Erweiterung der Rückhaltebecken für den Nadelbach oder den Graben Reith vorziehen zu können. Für Letzteren braucht es auch die Zusage privater Grundeigentümer, an die sich der Stadtchef ebenfalls wendet: „Wir müssen jene überzeugen, die bisher keine Bewegung gezeigt haben, dass es für die Allgemeinheit notwendig ist.“
„... dann wurde der falsche Weg eingeschlagen“
Zudem sieht Baustadtrat Harald Ludwig eine Teilschuld für viele Schäden auch in der industriellen Landwirtschaft: „Die durch die moderne Bewirtschaftung verdichteten Äcker haben dem Wasser kaum Möglichkeit zur Versickerung geboten. Dadurch sind die Wassermassen wie Sturzbäche von den Äckern in die Gärten und Häuser gelaufen. Wenn es keine Abflussgräben mehr gibt und Traktoren Monstertrucks gleichen, wurde der falsche Weg eingeschlagen.“
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