Von westlicher Kundschaft isoliert, muss Russland seine Bodenschätze seit Putins Überfall auf die Ukraine vermehrt an Abnehmer in Asien verkaufen. Doch dafür ist die Infrastruktur nicht ausgelegt, die meisten Gas-Pipelines verlaufen nach Westen. Ein verwegener Plan sieht nun vor, mit großen Atom-U-Booten Gas unter dem Packeis der Arktis nach China zu transportieren.
Das Ansinnen wird auf höchster Ebene vorangetrieben. Michail Kowaltschuk, Direktor des Kurtschatow-Kernforschungsinstituts und ein enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, präsentierte das Vorhaben als Reaktion auf den Gastanker-Mangel, der Russlands Rohstoffgeschäfte mit asiatischen Abnehmern bremst und Folge westlicher Sanktionen ist. Moskau setzte große Hoffnungen in ein LNG-Gasterminal in der Arktis, kommt aber nicht an genug Tanker, um das Gas nach Asien zu transportieren – zumal die Nordroute im Winter oft nur mit Eisbrecherunterstützung befahrbar ist und Schiffen mehr abverlangt als andere Routen. Auf einer Industriekonferenz in St. Petersburg präsentierte Kowaltschuk eine neue Klasse atomgetriebener U-Boote als Lösung. Kenner der russischen U-Boot-Flotte reagieren besorgt.
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