Der älteste „CD-Player“ Österreichs wird zur höheren Ehre Gottes von Abt Pius Maurer im Stift Lilienfeld angeworfen. Es handelt sich um ein als Flötensekretär bekanntes Kleinod der Technologie- und Musikgeschichte.
„Unser Flötensekretär ist signiert mit Johann Weys 1821. Dieser war ein begnadeter Wiener Orgelbauer“, schildert der ebenso gütige wie kunstsinnige Abt Pius des altehrwürdigen Zisterzienserstifts Lilienfeld, tatsächlich ist das wundersam Instrumentarium ein sehr rares Exemplar. Zur musikalischen Einordnung hat Pius den „Krone“-Lesern im weiten Land Folgendes zu predigen: „Ein Flötensekretär ist eine Art Vorläufer eines CD-Players. Die Tonträger sind allerdings viel größer als beim modernen Nachfolger, der auch schon wieder von neuen Wiedergabe-Tools abgelöst wurde – nämlich jeweils circa 50 Zentimeter lange Rollen, mit einem Durchmesser von ca. 10 Zentimetern.“
Ein Schatz ist das, was die Alpenvorland-Abtei da sorgsam hütet, doch allemal. Denn das Gesamtwerk für die Ewigkeit besteht aus sieben Rollen dieses Flötensekretärs. „Meistens spiele ich die Rillen mit der Musik ,Ouvertüre von Egmont’ komponiert von Beethoven vor“, lässt uns der hohe Geistliche beim Lokalaugenschein wissen.
„Das Gehäuse ist sehr fein ausgeführt. Es besteht aus Nussholz, feuervergoldeten Bronzebeschlägen und vergoldeten Schnitzereien“, verrät Restaurator Mark Neuhauser aus Hainfeld, der das klingende Kleinod vor einer kleinen Ewigkeit auf Erden behutsam gerettet hat und Abt Pius bei der korrekten Behandlung des hochsensiblen Instruments aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts berät. Pius mit einem Stoßgebet zum Himmel: „Möge der Flötensekretär noch lange zur höheren Ehre Gottes erklingen!“
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