Renault lässt mit dem R4 E-Tech Electric seine Geschichte wiederaufleben - auch wenn er nicht ganz so frappierend an das Original erinnert wie der R5. Jetzt hat er in Paris Weltpremiere gefeiert.
Mit dem teilt er sich die Plattform, ist aber größer und direkt über dem Kleinwagen positioniert, ist etwas größer und geräumiger, ähnlich wie der Captur im Verhältnis zum Clio. Konkret: Mit 4,14 Metern Länge ist der neue R4 neun Zentimeter länger als der Clio und ebenso viel kürzer als der Captur.
Die Breite bleibt mit 1,80 Meter moderat, die Höhe von 1,57 Metern liegt auf dem Niveau des Captur, die Bodenfreiheit ist mit 18,1 cm etwas höher – gut für Ausflüge abseits asphaltierter Straßen. 2,62 Meter Radstand (plus 8 cm im Vergleich zum R5) sollen für viel Platz im Innenraum sorgen. Außerdem gibt es 420 Liter Ladevolumen und einen Beifahrersitz, der sich flach umlegen lässt.
Die Heckklappe ist größer, als sie wirkt. Sie wurde bis in den Stoßfänger hinein verlängert: So konnten eine größere Ladeöffnung und eine niedrigere Ladekante verwirklicht werden – 61 cm, wie beim ursprünglichen Renault 4.
Zwei Antriebe, zwei Batterien
Angetrieben wird der neue R4 immer elektrisch, und zwar wahlweise mit 90 kW/122 PS oder 110 kW/150 PS. Der schwächere Motor kommt mit einem 40-kWh-Akku, der größere (den Renault als Hauptantrieb bezeichnet) mit 52 kWh Speicherkapazität. Die Ladeleistung beträgt 80 bzw. 100 kW, beide sollen in 30 Minuten von 15 auf 80 Prozent aufladbar sein. Warum Renault nicht die übliche Spanne ab 10 Prozent angibt? 30 Minuten schauen besser aus als 31, 32 oder 33. Mit Wechselstrom 11 kW.
Je nach Antriebspaket beträgt die WLTP-Reichweite 300 oder 400 Kilometer. Eine Wärmepumpe soll dafür sorgen, dass die reale Reichweite nicht allzu sehr von der Norm abweicht.
Der Renault 4 E-Tech Electric ist das erste Fahrzeug von Renault, das (optional) mit einer Ein-Pedal-Funktion ausgestattet ist. Die Liste der teilweise optionalen Assistenzsysteme ist lang und reicht bis zum automatisierten Fahren auf Level 2.
Viel Komfort während der Fahrt
Serie ist das große querformatige Display mit 7 Zoll hinterm Lenkrad und 10,1 Zoll als Touchscreen, optional ist auch der Tachoscreen so groß. Das Bediensystem basiert auf Google und bietet eine Vielzahl von Apps. Die Sprachsteuerung hört auf „Hey Reno“, auch ChatGPT wird Einzug halten.
Für Hörgenuss sorgt auf Wunsch das 410-Watt-System von Harman Kardon, aus dem Scenic E-Tech Electric. Mit neun Lautsprechern (zwei vordere Hochtöner, zwei vordere Tieftöner, zwei hintere Hochtöner, zwei hintere Tieftöner und ein Subwoofer im Kofferraum) und fünf Hörmodi (Studio, Podcast, Konzert, Immersion und Club), die in Zusammenarbeit mit Jean-Michel Jarre entwickelt wurden.
Nachhaltig in der Produktion
Der Renault 4 E-Tech wird in Europa gebaut: in der ElectriCity von Ampere. Das Fahrzeug wird in Maubeuge montiert, der Motor am Standort Cléon und die Batterie ab März 2025 in Douai. 75 Prozent der Zulieferer befinden sich in einem Umkreis von 300 Kilometern um den ElectriCity-Komplex. Diese kurzen Lieferwege fördern eine wettbewerbsfähige Produktion vor Ort, sichern Arbeitsplätze und verringern die Auswirkungen auf die Umwelt.
Einen Preis nennt Renault noch nicht. Da der kleinere Renault 5 bei 25.000 Euro (ohne DC-Lademöglichkeit) startet, sind für den Renault 4 wohl knapp unter 30.000 Euro für das Modell mit kleinerer Batterie realistisch.
Im Laufe seiner Karriere wurden vom Renault 4 beachtliche 8.135.424 Einheiten verkauft, er ist das viertmeistverkaufte Auto aller Zeiten. Große Fußspuren – aber der Neue scheint gut hineinzupassen.
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