Was muss in Wolodymyr Selenskyjs Kopf vorgehen, wenn er sieht, wie Israels „Iron Dome“ die anfliegenden Raketen abschießt. Davon kann die Ukraine nur träumen. Es wird ein Traum bleiben.
Selenskyj wird die Waffen nicht bekommen, die er für seinen „Siegesplan“ benötigen würde. Ganz einfach: Weil der Westen nicht will. Die Töne aus Washington sind schon nicht mehr zu überhören, welche die ukrainische Führung drängen, sich zu bewegen und „mehr Realismus“ zu zeigen.
In dem zähen Abnützungskrieg verliert die Ukraine langsam den Atem, jedoch so langsam, dass Russland trotz kleiner Eroberungen in absehbarer Zeit kein Durchbruch gelingen wird. Das Problem ist ein anderes: Je schwächer die Ukraine wird, desto weniger Lust hat Wladimir Putin auf echte Verhandlungen.
Das zeigte sich kürzlich bei vorsichtigen Sondierungssignalen des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) – den seit Langem ersten aus dem Westen – an die Adresse Putins. Die Antwort des Kremlchefs kam als kalte Dusche, öffentlich und nur via Pressesekretär: „Derzeit kein Bedarf“.
So viel zu diversen Rufen nach Verhandlungen mit Putin. Für Russland ist Europa mehr denn je nicht auf Augenhöhe. Der Anruf muss aus Washington kommen – nach der US-Präsidentenwahl.
Die Ukraine wird um bittere territoriale Zugeständnisse nicht herumkommen – hoffentlich nicht so wie im geteilten Korea mit einem undurchdringlichen Stacheldrahtzaun.
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