Der ukrainische Präsident Zelenskij warb dieser Tage rund um seinen Auftritt beim UNO-Gipfel in den USA für seinen Friedensplan. Ein Plan, der von einem militärischen Sieg über den russischen Aggressor ausgeht, was nur mithilfe westlicher Langstreckenwaffen möglich sei, mit denen auch russisches Kernland angegriffen werden kann.
EINERSEITS war Zelenskij durchaus erfolgreich, konnte er doch mit der Zusage von Präsident Biden auf einen weiteren Kredit von etwa acht Milliarden Dollar und der Aussicht auf einen speziellen Ukraine-Gipfel im Herbst nach Kiew zurückkehren.
ANDERERSEITS zögert man im Pentagon offenbar, den Ukrainern derartige Angriffswaffen gegen Russland zu gewähren. Und während Briten und Franzosen für die Lieferung von Langstrecken-Raketen sind, scheint insbesondere der deutsche Kanzler Olaf Scholz dies verhindern zu wollen.
Und dies wohl mit gutem Grund, hat doch Putin als Reaktion auf Zelenskijs Siegfriedensplan die russische Nuklear-Doktrin verschärft. Demnach könnten auch die Lieferstaaten solcher Angriffswaffen als Kriegspartei und damit als Ziel russischer Nuklearschläge betrachtet werden.
Die ukrainische Opposition – jawoll, eine solche gibt es – meint nun, Zelenskijs Plan sei völlig unrealistisch. Er wolle mit der westlichen Zurückhaltung in Bezug auf Langstrecken-Waffen nur eine Ausrede für das zwangsläufige militärische Scheitern konstruieren.
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