Heute ist Weltlungentag. Mediziner schlagen Alarm: Hitzewellen, Luftverschmutzung und die Extrem-Pollensaison sind eine Gefahr für die Gesundheit!
Sahara-Temperaturen und enorme Luftbelastung durch Ozon, Stickstoffdioxid und Feinstaub setzen dem Körper zu. Längst haben Wissenschafter festgestellt, dass bei Hitzewellen die Todesrate steigt. Insbesondere unsere Lunge ist von den Umweltveränderungen betroffen.
„Wir sehen eine Symptomzunahme von Atemwegserkrankungen, die mit der Verschlechterung der Luftqualität und der steigenden Zahl von extremen Wetterereignissen zusammenhängen“, erklärt Dr. Kai Bromm, Leitender Oberarzt im REHA Zentrum Münster in Tirol. Gerade Pollenbelastungen, Luftverschmutzung und Hitzewellen tragen zu einer Verschärfung von chronischen Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma bei. Dadurch erhöht sich das Gesundheitsrisiko.
Bodennahes Ozon entsteht durch Fahrzeugemissionen und wirkt als Verstärker von chronischen Entzündungen in den Bronchialschleimhäuten. Außerdem dringt Feinstaub bis tief in die Lungenbläschen vor und löst dort als Fremdkörper Entzündungen aus. Der Patient ringt verzweifelt nach Luft.
Pollensaison startet immer früher und hält länger an
Weiters haben sich die Vegetationszeiten verlängert: Die Pollensaison startet immer früher und dauert auch noch länger. Zudem sind neue Pflanzen bei uns längst verwurzelt. Das Unkraut Ragweed (ursprünglich in Nordamerika heimisch), das für den Gesundheits- und den Landwirtschaftssektor ein großes Problem darstellt, beginnt im August zu blühen. Seit vergangenem Jahr gibt es zusätzlich eine zweite Blühphase des Beifußes im September und Oktober – das berichtet der Pollenservice der MedUni Wien.
Junge Menschen sind besonders stark den Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung ausgesetzt, da ihre Lungen bis ins 25. Lebensjahr noch wachsen. Durch ihr geringeres Körpergewicht atmen Kinder und Jugendliche im Verhältnis zu Erwachsenen mehr Schadstoffe ein. Die Folgen sind fatal.
Fast jedes zehnte Kind bei Studie bereits betroffen
Die vom Ludwig Boltzmann Institut durchgeführte Langzeitstudie LEAD bestätigt den Anstieg an Atemproblemen. Demnach liegt bei acht Prozent der teilnehmenden Kinder und Teenager die Lungenfunktionen bereits unterhalb des Normalbereichs. Das Problem ist natürlich nicht nur auf Österreich begrenzt.
Die Fachärztegesellschaft European Respiratory Society (ERS), die mehr als 30.000 Lungenspezialisten vertritt, fordert daher das EU-Parlament und Regierungen weltweit auf, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und den Klimawandel abzumildern.
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